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Angeblich soll Quentin Tarantino das Drehbuch zu "True Romance" geschrieben haben, als er noch in einer Videothek arbeitete. Zuerst realisierte er mit "Reservoir Dogs" seinen ersten Film, doch hier ließ er Tony Scott den Vortritt, welcher mit seiner besten Regiearbeit "Last Boy Scout" zuvor einen absoluten Hit ablieferte. Tarantino hatte selbst noch nicht genug Geld, um an der Produktion mit zu wirken, auch war er gerade zu sehr mit "Pulp Fiction" beschäftigt, welcher sich weltweit zum Kultfilm mauserte. Daher heimste er hierfür kaum Lohrbeeren ein, aber der Film trägt seine Handschrift und Scott hat bei der Umsetzung tolle Arbeit geleistet. Es wurde nichts am Drehbuch verändert. Die Produktion übernahmen die Gebrüder Weinstein und Steve Perry, beide Parteien waren schon öfter für Tarantino tätig, zum Beispiel bei "Kill Bill".

An seinem Geburtstag lernt der Film und Elvisfan Clarence Worley (Christian Slater) das Call Girl Alabama Whitman (Patricia Arquette) kennen. Er verliebt sich in sie und die Beiden heiraten kurz darauf. Leider legt Clarence den brutalen Zuhälter Drexl (Gary Oldman) um, für den Alabama einst anschaffen ging. Ausversehen nimmt er einen Koffer Kokain mit und lässt seinen Führerschein auch noch liegen. Clarence will das Zeug in Hollywood verkaufen, doch nun hat er den italienischen Gangsterboss Vincenzo Cocotti (Christopher Walken) am Hals, welcher erstmal Clarence Dad (Dennis Hopper) killt und ihm anschließend nach Hollywood folgt. Dort mischt sich auch noch die Polizei ein.

Allein schon die prominente Besetzung ist einen Blick wert. Christian Slater hat hier wohl die Rolle seines Lebens ergattert, überhaupt alle Darsteller präsentieren sich in Hochform. Patricia Arquette gibt die niedliche Alabama, Dennis Hopper den sympatischen Vater von Clarence und Christopher Walken hat einen tollen Kurzauftritt. Gary Oldman mimt mit Hingabe das fiese Schwein Drexl, welches mal eben Samuel L. Jackson über den Haufen ballert, Dieser hat hier nur einen kleinen Cameo als Dealer mit unpassender Synchro. Val Kilmer darf Elvis verkörpern, welcher Clarence immer erscheint und Ratschläge erteilt, sein Gesicht sieht man jedoch nie richtig, Michael Rapaport beweist hier komödiantisches Talent und Brad Pitt ist als Kiffer Floyd zu sehen. Tom Sizemore und Chris Penn geben ein ulkiges Copgespann ab und James Gandolfini verkörpert Coccotti´s Handlanger Virgil, mit dem sich Alabama einen blutigen Fight im Hotelzimmer liefern darf. Eine wirklich brillante Besetzung in einer Thrillerromanze mit bitterbösem Humor.

An sich ist die Story nicht gerade klug, doch das viele Drum herum, die schrägen Charaktere und der teils skurille Humor übertünchen die Schwächen, sowie die Tatsache, dass nur selten Spannung aufkommt. An sich wird der Plot aber flott vom Leder gezogen, nur manchmal etwas zu geschwätzig. Bei jedem anderen Film würde man sich bei so vielen Dialogen zu Tode langweiligen, doch Tarantino´s Dialogen haben Pepp, Witz und unterhalten prächtig. Daneben fallen die rar gesähten Actionszenen kaum ins Gewicht. Wenn es zur Sache geht, dann auch recht rabiat mit sehr expliziten Einschüssen. Allein hier schon merkt man die strikte Befolgung von Tarantino´s Drehbuch, welcher schon immer einen Hang zur Gewalt gehabt hat. Er selbst ist Fan des Hongkongkinos, diesen Charakterzug verpasst er der Hauptfigur Clarence, welcher im Film ein großer Fan von Legende Sonny Chiba ist.

Bitterböser und blutiger Thriller mir perfekter Besetzung und eigensinnigen Humor. Die Story ist etwas schwach, aber wen kümmert´s ? Macht einfach Laune.

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