Jetzt ist er da, der dritte Spider-man, doch man kommt doch eher etwas unbefriedigt und enttäuscht aus dem Kinosaal. Warum? Nun ja die Spider-man Filme haben eigentlich immer 2 große Schwächen. 1. Sie haben zu wenig Action und 2. Man weiß nicht richtig mit den Bösewichten umzugehen, geschweige denn einen bombastischen Showdown zu inszenieren.
Wenn man sich schon für VENOM als Schurken entscheidet, dann sollte man das auch voll ausschöpfen und es krachen lassen ohne Ende. Dies ist jedoch leider nicht der Fall. Teil 3 bietet genau so viel oder vom Gefühl her sogar noch mehr Story und Beziehungs-Schnulzen als seine Vorgänger. VENOM ist, wenn man den Film im ganzen sieht fast nur ein Nebendarsteller und dient teilweise als Mittel zum Zweck.
Man fängt den Film mit Peter und Mary-Jane an, sie singt auf der Bühne und Peter sitzt in der ersten Reihe. Danach liegen die Beiden in einem Spinnennetz und halten nach Sternschnuppen Ausschau und fangen an zu Knutschen. Dann rasselt natürlich ein Komet, naja er ist doch eher winzig,, nur ca. 20-50 Meter neben ihnen runter und wer schlüpft aus diesem Weltraumklumpen? Ja natürlich, VENOM und die Beiden Turteltauben bekommen davon nicht das geringste mit, seine Spinnensinne hat er wahrscheinlich in seinem Kleiderschrank gelassen. Naja, eine sehr unkreative und vor allem unspektakuläre Art und Weise VENOM einzuführen. Der sich dann an das Moppet von Peter heftet und mit auf Reise geht.
Anschließend besucht Pete noch seine Tante und sagt ihr das er Mary-Jane einen Heiratsantrag machen will. Er bekommt von ihr dann einen Ring geschenkt und danach macht er sich auf den Weg nach Hause. Plötzlich greift Harry an und es kommt zu einem Häuserschluchten-Kampf der irgendwie zwar cool gemacht ist, doch teilweise nicht gut für die Augen ist. Zu schnell, zu wirr, zu wackelig, man sieht manchmal nur die Hälfte, schade. Auf jeden Fall endet der Kampf so, das Harry ohnmächtig im Krankenhaus landet und als er aufwacht, wie sollte es auch anders sein, sich an nix erinnern kann und wieder auf du und du mit Peter ist. Da habe ich echt gedacht, oh mein Gott! Mal ganz ehrlich, das ist doch wohl der klassischste “ einen-Charakter-auf-die-Warteschleife-legen” Plot Umbruch. Überhaupt nicht gelungen wie ich finde, nur damit man jetzt die Zeit hat den Sandman einzuführen und die Beziehungsschnulze abspielen lassen kann.
An dieser Stelle muss man ganz klar sagen, das die Verantwortlichen des Drehbuchs die Story ganz anders hätten aufbauen und ablaufen lassen sollen. Man führt ja in Teil 2 schon den Sohn des Zeitungsbosses ein, den Mary-Jane fast geheiratet hätte und der Astronaut ist. Also bitte, warum lässt man das alles fallen? Wie in der Zeichentrickserie hätte man ihn auf einer Outer-Space-Mission sehen müssen und das die Astronauten eine Gesteinsprobe mitbringen. Auf halben Weg zur Erde hätte VENOM schlüpfen und die Astronauten anfallen müssen, was dazu führt das das Space-Shuttle auf der Brooklyn Bridge einen coolen Crash hinlegen muss. Spidy hätte dann selbstverständlich versucht das Schlimmste zu verhindern und wäre so in Kontakt mit dem VENOM Virus gekommen.
Das wäre ein so bombastisches Film-Opening und wäre schon die Hälfte der Kinokarte wert gewesen. Sandman hingegen hätte man komplett weglassen sollen, denn er stiehlt nur wertvolle Screen-Time und außerdem wird er später nur dazu verwendet um zum wahren Mörder von Onkel Ben zu mutieren. Total unnötig, die Sache ist doch seit Teil 1 abgehakt, warum das noch mal alles aufwärmen und einen anderen Mörder präsentieren. Man hat sich mit dieser Story-Line abgefunden, denn sie ist gut und solide so wie sie war. Stattdessen versucht man ständig mit 3 oder 4 Bällen gleichzeitig zu jonglieren. Man bekommt dies zwar auch hin, doch es sieht nicht sehr elegant aus. Soll nicht heißen das der Film optisch nicht gelungen ist, ganz ihm Gegenteil. Die CGI Effekte sind einmal mehr das Beste vom Besten. Besondern Sandman sieht hammer aus wenn er sich verwandelt oder in Action ist. Tricktechnisch also wieder mal alles top, aber was hätte man auch sonst von diesem 260 Mio. Dollar Werk erwartet?
Das Problem mit den Bällen hat aber auch seine Nachteile, denn dem Film fehlt es vorne und hinten eine gewisse Spannung aufzubauen. Ständig und schlagartig wechseln die Charaktere und man schafft dadurch leider keinen eleganten Fluss sondern ab und an eine eher holprige Berg und Talfahrt. Gerade den Bösewichten fehlt es sehr an Charaktertiefe und Backstory. Es wäre so cool gewesen, hätte VENOM sich auch gedanklich mehr mit Peter verschmolzen, so das er Einblick in seine Erinnerungen gehabt hätte. Ich hätte nur zu gerne gesehen wo VENOM herkommt, von wem oder was er schon so alles Besitz ergriffen hat oder was für ein Ziel er/es überhaupt verfolgt. Denn über die Motive der Schurken erfährt man leider viel zu wenig. Klar, Harry will sich für den Tod an seinem Vater rächen, Sandmann will Geld um seine todkranke Tochter zu heilen, Photograf Brock will sich rächen, weil ihm Peter Freundin und Job gekostet hat und Venom… er will wohl einfach nur böse sein. Mehr erfährt man leider nicht und das ist sehr schade. Die Peter-Venom Story ist zwar ganz nett, doch so richtig böse und fies wird Peter nun wieder auch nicht. Ne Flasche Vodka hätte ihn wohl zu mehr Wut, Hass und Zerstörungswahn getrieben, als es das Außerirdische Monster getan hat. Viel zu schnell gibt er seine neue Identität wieder auf und gibt den Wanderpokal eher ungewollt an Brock weiter. Der zum Monster-Vemom mutiert und auch mal richtig zum Fürchten aussieht. Sehr gelungenes CGI Kostüm.
Doch wer jetzt erwartet, das sich Brock sofort Pete sucht und die Beiden in einem Mega-Fight halb New York in Schutt und Asche legen, der wird doch leider ein wenig enttäuscht sein. Brock sucht stattdessen Sandman auf und verbündet sich mit ihm, damit sie Spidy gemeinsam platt machen können. Man entführt ein weiteres Mal Mary-Jane die als Köder dient und als Kulisse für den Endkampf dient leider auch nur das Stahlgerüst einen Hochhauses, in dem Venom sein schwarzes Spinnennetz gesponnen hat.
Man hat ganz New York als Kulisse direkt vor der Haustür und entscheidet sich für ein ödes Stahlgerüst, also bitte die Herrn Drehbuchautoren, dafür werdet ihr bezahlt? Das Budget kann doch auch nicht wirklich Schuld dran sein, ob nun 260 oder 280 Mio. das macht doch auch keinen großen Unterschied mehr. Aber so ist es leider wie es ist und zu allem Überfluss kommt dann auch noch Harry Osborn zur Hilfe des Spinnenmannes und dann bekommt man schon fast einen Tag Team Fight wie beim Wrestling zu sehen. Naja ich finde das hätte man alles ganz anders angehen müssen und aus einem guten Mainstream Comic-Film einen echt coolen Actionkracher machen können. Gerade für den Showdown einer Trilogie (wohl aber auch nicht mehr, denn Teil 4 ist so gut wie unter Dach und Fach) hätte man es einfach nur noch krachen lassen müssen, stattdessen hat der Film doch so seine Längen und spornt einen nicht gerade an sich den Film ein zweites oder gar drittes Mal im Kino anzusehen.
FAZIT: Es ist leider doch nur ein unterhaltsamer Popcorn Film geworden, der seine Schwächen hat. Doch wenn man sein Gehirn auf Sparflamme stellt und einfach zufrieden ist mit dem was man sieht, bekommt man auf jeden Fall noch einen unterhaltsamen Kinoabend geliefert. Die Musik ist leider auch nicht das gelbe vom Ei, nichts was einem länger in den Ohren bleibt. Es kommt einem so vor als hätte man den Großteil der Musik schon mal gehört und sie wurde für diesen Film einfach nur wieder aufgewärmt. Die Soundeffekte dagegen sind eine geile Sache, das Gleiche gilt natürlich auch für die Special Effects. Von mir bekommt der Film aber dennoch 7/10 Punkte, weil er trotz mancher Längen und Story Schwächen einfach sehr gut unterhält und das ist es ja letztendlich was ein Film sein soll: Entertainment!