Gehen wir doch ausnahmsweise gleich ans Eingemachte:
Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen hält sich Sam Raimi diesmal nicht ganz so eng an die Vorlage:
Gwen Stacy ist im Comic Peter Parkers erste Freundin und wurde dort vom Grünen Kobold getötet (in der berühmten Schlussszene aus dem ersten Teil, welche Mary Jane überlebt wurde genau diese Comicszene nachgestellt, wobei im Fall des Films es ein Happy-End gab).
Eddy Brock ist im Comic mindetens drei Köpfe größer als Peter Parker und Venom ist daher auch tatsächlich eine unglaubliche Bedrohung für Spider-Man, die im Comic nicht ohne Grund sein neuer Todfeind geworden ist.
Der Neue Grüne Kobold stirbt im Comic nicht, beziehungsweise nicht so schnell.
Der Sandmann ist nicht der Mörder von Peters Onkel Ben.
Das schwarze Kostüm ist tatsächlich ein bewußtseinsverändernder Symbiont aus dem All, aber die Hintergrundgeschichte ist derart kompliziert, dass ausgerechnet dieser Aspekt im Film sensationell gut gelöst wurde.
Aber ansonsten.....
Langweilige Dialoge, grausamer und hölzerner Dramaturgieaufbau, idiotische Wahrnehmungen: Peter mit heruntergekämmten Haaren= Böse, mit Haaren nach oben = Gut.
Und dann natürlich das absolute Highlight: Immer offensichtlicher fehlbesetzte Schauspieler, das fängt augenscheinlich bei Topher Grace an, geht dann über Kirsten Dunst und gipfelt im Superlangweiler Tobey.
Und der Film selbst ist eine nur eine bombastische Aufblähung des ersten und zweiten Teils:
Wie immer wird Mary Jane entführt und muß vom guten alten Spidey gerettet werden.
Wie immer wird Spideys Geheimnis gelüftet.
Wie immer blahblah blahblah...
Eigentlich ist dieser Film nicht schlechter als der zweite Teil, aber weil sich so vieles wiederholt, es nichts neues gibt (Im zweiten Teil fühlt sich Peter zeitweilig wohl, weil er sich der Verantwortung entzieht und normal zu leben versucht, hier fühlt er zeitweilig wohl, weil er sich nicht mehr der selbstauferlegten Kontrolle durch ethische Grundsätze unterwirft usw.) und wenn doch, dann wird dieses neue oder Interessante einfach nicht weiter ausgebaut.
So hätte der Konflikt mit seinem besten Freund und die friedliche Lösung am Ende mit dem Kampf gegen den Sandmann völlig gereicht.
Zur Not hätte man am Ende Venom noch wahrnehmen können als neue Bedrohung für einen vierten Teil. So wäre jener eigentlich wirklich interessante Charakter auch nicht einfach nur verschossenes Pulver gewesen. (Natürlich mit einem anderen Akteur!!!)
Tatsächlich ist der Sandmann der einzige interessante Charakter, dem man wirklich gerne mehr Zeit auf der Leinwand gegönnt hätte.
Lebten die ersten beiden Teile trotz schwacher Dramturgie und schlechter Regie- und Darstellerleistungen noch vom Charme, dass der Film sich fast sklavisch nach der Comicvorlage richtet, so weicht er diesmal auch hiervon in beachtlichem Ausmaß ab, so dass er nicht einmal diesen Bonus ergattern kann.
Außerdem wäre es schön gewesen, wenn der Film mit der Heirat Peters und Mary Janes geendet hätte, denn Im comic passiert genau das. Das wäre ein schönes Ende der Trilogie gewesen....
Zum Schluß noch etwas gutes:
Die Effekte sind endlich mal ansehnlich geworden, zumindest dafür ist man dann doch dankbar.
Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen, der Film wird extrem erfolgreich werden, bzw. ist es schon, also wird es im weiteren noch Fortsetzungen geben, die sich LEIDER der Dramaturgie dieser Trilogie anschließen werden.
Gerade so noch 5 Punkte (und für mich ist das für das Potential was der Film hatte, eindeutig zu wenig)