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Ein Mann sollte sich für eine Frau zurück nehmen können.

Viele werden sich fragen: Was hat dieser Satz mit Spiderman zu tun und warum nehme ich diesen als Aufhänger? Nun ganz einfach: Von der Story steht nach wie vor die Beziehung zwischen Peter Parker/Spiderman und Mary Jane Watson im Vordergrung. Dieses mal sollte es soweit sein, die beiden sollten endlich zueinander finden und ein richtiges Paar werden. Dachte man zumindest. Aber so wie es aussieht gibt es Konflikte und Mißverständnisse zwischen beiden, wodurch es (noch) nicht zu einer Hochzeit kommt. Selbstverständlich steht noch mehr auf dem Programm als eine komplizierte Liebesgeschichte. 2 1/2 Gegenspieler wollen bekämpft werden, mehr als in jedem anderen Spidermovie.

Die melancholische und schnulzige Grundstimmung mag einigen negativ auffallen, Spiderman ist von der Stimmung allerdings schon immer so aufgezogen und das ist gut so, auch wenn es manchmal vielleicht etwas viel des guten ist.
Dieses mal kommt sogar eine charkterliche Veränderung vor. Durch ein außerirdisches Wesen, dass sich vorerst Parker/Spiderman als Wirt sucht, verändern sich dessen Charakteristika drastisch. Er wird unruhig, aggressiv und sehr prollig. Dieses Wandlung ist mit einem lachenden und einem weinenden Auge anzusehen. Einerseits lacht man über die anmachen auf der Straße, andererseits erschrickt man über die Aggression die unser Protagonist zutage legt.
Dies wird von Tobey Maguire sehr gut an den Zuschauer vermittelt. Auch James Franco musste sich für seinen Charakter Harry Osborne sehr ins Zeug legen. Die Wandel zwischen gut und böse bringt er sehr gut rüber. Kirsten Dunst hat mal wieder die Standardrolle als schnuckliges, süß lächelndes, mal trauriges oder entführt und schreiendes Mädel.

Hauptaugenmerk liegt auf den Effekten die gelinde gesagt hervorragend sind. Auch wenn die Actionsequenzen im Vergleich zur Laufzeit recht kurz ausgefallen sind, geht es richtig rund. Da kracht ein Kran in ein Hochhaus, einzelne Möbelstücke, Scheiben bis hin zur Grundmauer krachen herunter, dazwischen unser Superheld der sich an eine fallende Mauer krallt und fallenden Hindernissen ausweicht. Ganz besonders die Effekte des Sandmannes und von Venom entlocken ein "Wow" und erinnern sehr an "Die Mumie".

Der Soundtrack und die Atmosphäre die dadurch entsteht lassen des öfteren einen wohligen Schauer über den Rücken wandern. Allein schon beim Opening, in dem ein paar einzelne Szenen der Vorgänger, als Erinnerung dienend, zu sehen sind sind ein Ohren und Augenschmaus. Dies wird bei Sandmanns Entstehung nochmal gesteigert.

Als störend empfand ich die gegen Ende aufkommende Amerikanisierung. Musste die amerikanische Flagge, vor die Spiderman springt, unbedingt sein? Hätte man die einblendenden, typisch amerikanischen Reporterkommentare nicht weg lassen können?

Eindeutig der beste der drei Teile. Es ist schade, dass der Film nicht drei Stunden geht und es nicht noch mehr Auseinandersetzungen zwischen Spiderman und Venom gibt, denn letzterer kommt definitiv zu kurz. Atmosphäre, Effekte, Story und Schauspieler sind wunderbar abgeglichen. Ein wahres Blockbuster Erlebnis.

9 / 10

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