Die Anime-Serie "Dragonball" ist wohl die bekannteste und auch eine der besten ihres Metiers. Zunächst ist zu erwähnen, dass sie auf der genialen gleichnamigen Comic-Buchreihe von Akira Toriyama beruht. In der Serie wurden dabei die Bände 1 - 16 der 42-teiligen Reihe abgehandelt.
Eine kurze Inhaltsangabe über die Serie zu verfassen erweist sich nun als äußerst schwierig, da etliche Verwicklungen und Handlungsstränge fließend und oft in genialem Zusammenhang ineinander übergehen. Mittelpunkt der Handlung bildet dabei die Figur des Son-Goku, dessen Entwicklung und Ehrgeiz Kernpunkt der Geschichte ist. So wird in den ersten Folgen die Bekanntschaft von ihm mit diversen Charakteren dargestellt, die für den Handlungsablauf bedeutend sind, deren Namen ich hier im Einzelnen aber nicht alle auflisten will. Grundlage für diese Bekanntschaften bilden oft die legendären 7 Dragonballs, die über die Welt verstreut sind und bei Vereinigung drei Wünsche erfüllen können. Doch im weiteren Verlauf wird ein weiterer Schwerpunkt der Serie deutlich : der Kampfsport. Son-Goku geht recht schnell beim Altmeister Muten-Roshi in die Lehre und ab jetzt wird die Serie zunehmend genialer und gibt dem Zuschauer immer wieder neue Handlungen preis, die nie eintönig wirken. Verschieden Kampfsportturniere, auf denen es zu epischen und ansehnlichen Kämpfen kommt, wechseln dabei mit der Suche nach den Dragonballs, dem Kampf gegen die scheinbar übermächtige Red Ribbon-Armee und dem Kampf gegen den 'Teufel' persönlich, der durch die Figur des Piccolo verkörpert wird.
Als erstes denke ich, sollte man zunächst einmal klarstellen, dass es sich bei "Dragonball" nicht um eine vermeintliche Kindersendung für kleine Kinder handelt, was durch die Sendezeit und teilweise auch durch die Synchro so erscheint. In Wirklichkeit wimmelte es in der Buchreihe nur so von sexuellen Anspielungen und wilden Zoten, die leider durch die deutsche, eventuell aber bereits auch durch die Ur-Synchronisation wegfielen. So erscheint der eigentlich als sexgeiler Greis konzipierte Muten-Roshi, durch Entschärfungen oft nur wie ein verwirrter, alter Kerl, der sinnloses Zeug daherbrabbelt. Glücklicherweise sind die oft brutalen Kampfszenen wohl kaum dem deutschen Schnitt zum Opfer gefallen. So sind die epischen Kämpfe zwischen den Charakteren selbst in wiederholter Ansicht nie langweilig, sondern immer wieder abwechslungsreich und durch die verschieden Kampftechniken auch stets interessant anzusehen. Zudem wimmelt es inder Serie oft auch von Mord und Totschlag, was mich wiederum zur Bemerkung veranlasst, "Dragonball" nicht als Kinderserie zu betrachten. Besonders beim Kampf Son-Gokus gegen die Red Ribbon-Armee wird dies deutlich, wenn Wehrlose dieser zum Opfer fallen und schließlich auch zahlreiche Soldaten Son-Goku. Zwar werden diese Tode nicht verherrlicht, zeigen aber das die Serie ursprünglich für Erwachsene gedacht war und nur durch die seltsame, deutsche Sendeplanung ins Kinderprogramm fiel.
Desweiteren beinhaltet die Serie auch eine gute Kennzeichnung der Charaktere, deren Entwicklung und Freundschaft zueinander aber gut in die Serie eingebettet ist. Dies geschieht immer wieder durch Ereignisse und Erlebnisse, die beispielsweise den eigensinnigen Kämpfer Kuririn und Son-Goku zu Freunden zusammenschweißt. Dabei verfällt die Serie im Gegensatz zu ihrem Nachfolger "Dragonball Z" aber nie in eine kitschige oder gefühlsduselige Atmosphäre. Ein weiterer Pluspunkt der Serie sind die interessanten und allesamt grundverschiedenen Charaktere, die sich durch ihre oft extremen Charakterzüge geniale Wortgefechte liefern und für einen allgemein verständlichen Humor in der Serie sorgen.
Insgesamt gesehen ist "Dragonball" wohl die beste Kampfsport beinhaltende Serie überhaupt, kann aber in der Sache Charakterkennzeichnung, nicht so überzeugen wie beispielsweise "The Vision of Escaflowne". Doch dem Vergnügen und der Faszination an der Serie tut das keinen Abbruch und auch die schlechte Synchro hindert nicht daran "Dragonball" die volle Punktzahl zu geben.