Bei so einem richtungweisenden Titel kann man sich bereits im Vorfeld ausmalen, was da ablaufen wird: Ein paar Jugendliche in einem heruntergekommenen Casino. Man spielt um Tod oder Freiheit und am Roulette-Tisch bewirkt eine Geisterhand die Umplatzierung der sich noch bewegenden Kugel. Und zack: Noch einer weniger.
Fließband-Regisseur Charles Band ist einfach zu durchschaubar, denn tatsächlich spielen sich einige Szenen in ähnlichen Mustern ab.
Matthew und seine fünf Freunde inspizieren also ein baufälliges Casino, das dieser von seinem Großonkel geerbt hat. Nach einiger Zeit tauchen die Geister jener Toten auf, die er einst in Notwehr erschoss, denn es jährt sich zum 40. Mal das Casino-Mysteria-Massaker…
Blöd nur, wenn die wenigen guten Ideen allenfalls für eine knappe Viertelstunde ausreichen und man die erste Zeit mit flachen Figuren, dummen Witzchen, langweiligen Beziehungen und kaum erheiternden Dialogen zubringen muss, da innerhalb der ersten 45 Minuten rein gar nichts geschieht und noch nicht einmal dunkle Vorzeichen auszumachen sind.
Erst als Blut aus der Toilette läuft, ein bleicher Croupier auftaucht und eine Blondine den Stecher verführt, der bei seiner Model-Freundin mit Erektionsproblemen zu kämpfen hat, kommt ein wenig Schwung in die angestaubte Bude.
Leider ist der Blutgehalt nicht allzu hoch, hier mal ein abgetrennter Arm und eine Fontaine von der Seite (ohne sichtliche Wunde), ansonsten mehr im Off als überhaupt ein deutliches Ableben.
Dafür geht ein großes Lob an die Effekte. Diese sehen auf technischer Ebene zwar doof und unbeholfen aus, regen aber erstaunlich stark zum Schmunzeln an und sorgen vor allem bei Fans charmanter Trash Kost für Erheiterung.
Allein dieser aufgedunsene Schädel mit den leuchtenden Klüsen, der wie ein Schrumpel-Luftballon aussieht oder ein Antlitz mit rotierenden Slot-Machine Motiven als Augäpfel.
Schade, dass solche Ideen nicht viel früher zum Einsatz kommen, denn bis zum entscheidenden letzten Drittel ist es mit der Aufmerksamkeit auf die Dauer nicht weit her.
Zumal die Story beileibe nichts hergibt: Teens im Casino, Rachegeister tauchen auf und man spielt unter Einsatz seines Lebens, bis das Heldenpaar zur entscheidenden Partie Black Jack ansetzt. Nebenbei geht es noch um das Versteck von Silber und eine alte Rechnung, die zwei Bösewichte mit dem Nachkommen des Onkels zu klären haben.
Dass jene Fieslinge von bekannten Gesichtern wie Sid Haig und Michael Berryman verkörpert werden, freut zwar zunächst den Genre-Freund, doch zu tun haben beide nur recht wenig, außer ihr routiniertes Programm abzuspulen. Berryman hat während seines kompletten Auftritts nur etwa drei Sätze zu sagen, während Haig zwar den Ton angibt, aber vergleichsweise schon mal viel fieser rüber kam.
So bleibt es bei den Produktionen von Charles Band unverändert: Die Grundidee ist recht gut, einige markante Effekte auch, doch die meiste Zeit herrscht Stillleben und trotz kurzer Laufzeit von rund 79 Minuten verdaddelt man rund die Hälfte mit inhaltslosem, redundantem Zeug, wofür fingierte Regisseure allenfalls ein Drittel benötigen.
Dazu kommen größtenteils schwache Darsteller, zwar eine solide Inszenierung, aber zu wenig Spannung, weil die unspektakuläre Art Bands zu keiner Zeit zu fesseln vermag.
Immerhin bieten einem die letzten Minuten einen soliden Schlagabtausch und ein paar amüsante Gimmicks, doch das kann die langatmige Vorlaufzeit kaum noch kaschieren.
Okay, aber insgesamt kaum der Rede wert.
4 von 10