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"Wie kommen sie an so viele tollen Schauspielern ?" - Boll : Schauspieler lesen keine Kritiken !

Boll: Bush ist ein Arschloch , der Krieg ist Scheisse !

Der deutsche Regisseur Uwe Boll ist bisher nicht unbedingt bekannt
dafür, Perlen der Filmkunst abzuliefern. Das hat aber auch damit zu
tun, dass er sich in seiner bisherigen Hollywoodkarriere bisher nur der
Verfilmung von Videospielen widmete - mit haarsträubenden Ergebnissen,
wie filmische Totalausfälle wie „House of the Dead" und „Alone in the
Dark" beweisen. Und nun „Postal". Eine Verfilmung des in Deutschland
indizierten First Person Shooters, indem ein frustrierter Nobody -
genannt „Postal Dude" - sich durch seine Heimatstadt Paradise City,
einem krassen Gegenentwurf zum amerikanischen Way of Life, metzelt.

„Oh Gott" könnte man stöhnen, „was hat man dann hier nur zu
erwarten, wenn man bloß einen Shooter verfilmt!". Sofort werden
Erinnerungen an „Doom" wach, wo einzig eine kurze
Egoperspektiven-Sequenz den Geist des Spiels atmete. Doch „Postal" ist
anders. Zwar nur mit einem Minimum an Story gesegnet, gelingt es Bolls
Werk dennoch, eine derb- oder besser: krasshumorige Ballerfarce zu
entwickeln

Nachdem ICH auf dem Splatterday zuerst den Schocker Seed gesehen
hatte ( Kritik folgt ), folgte darauf das krasse Gegenteil mit Postal.
Um eines gleich vorweg zu nehmen: Wer zart besaitet ist, politisch
korrekt denkt und nicht über sich selbst lachen kann insbesondere bush
befürworter ist od sogar bin laden verwandt ist, der hat mit diesem
Film einen Fehlgriff getan. Denn eines ist der Film definitiv nicht:
zahm. Darauf wird man von Dr. Uwe Boll auch zu Beginn oft genug
hingewiesen.In der hiesigen Vorstellung sogar persönlich.

Boll: Mit den Boxkämpfen hab ich gegen meinen Kritikern den Kampf angesagt. Sind alle zu Boden gefallen die Luschen !

Der Film beginnt furios mit der Vorgeschichte zu 9/11, wo die
Attentäter eigentlich beschließen den Anschlag nicht durchzuführen, da
ihnen die 99 Jungfrauen im Paradies nicht mehr garantiert werden
können, aber wegen des Eingreifens der Passagiere doch in die Tower
rasen. Die Szene ist zwar hart, vor allem, wenn den Film im September
sieht, aber wirklich lustig. Auch die Vorstellung der Hauptcharaktere
und der Stadt Paradise City ist wirklich gut gelungen und wird von
zündenden und teilweise wirklich asozialen Witzen begleitet. Hier kann
man wirklich viel Spass haben und den Film in vollen Zügen genießen.
Den Schauspielern ist anzumerken, dass sie sich mit der Materie
identifizieren und freuen, selbst einmal über die eine oder andere
Grenze gehen zu können. Vor allem auch als Deutscher bekommt man
ordentlich sein fett weg, wenn im Nazi-Themenpark alle Klischees
aufgewärmt werden. Aber warum sollte es uns besser gehen, als den
Amerikanern oder Saudis, die hier ebenfalls böse verarscht werden. Auch
Uwe Boll gibt sich in dem Film die Ehre und bezieht Stellung zu
absurden Vorwürfen, seine Filme seien mit Judengold finanziert. Absolut
genial gemacht, vor allem, als er Verne Troyer mit Goldzähnen bezahlt.
Sehr lustig! Natürlich werden die Boll-Kritiker auch im vorzüglichen
ersten Teil des Films wieder etwas zu meckern finden, ich für meinen
Teil finde er macht extrem viel her.

In solchen Komödien muss man natürlich auch damit rechnen das die
Gagdichte des Films nicht immer vollkommen durchgezogen ist. Vor allem
nach dem Gemetzel auf dem Nazi-Themenpark, wo Boll das letzte Mal die
politisch inkorrekte Sau rauslässt. Danach ergeht sich der Film in
immer gleichen ramboartigen Aktionen des Dudes, die für einen Splatter
nicht blutig genug sind und für eine Komödie zu lange Passagen in
Anspruch nimmt. So hat der Film gerade im Finale ein paar Längen, die
den vorherigen sehr guten Eindruck leider etwas verwischen. Vielleicht
wäre hier weniger mehr gewesen und der Film hätte sein Ende schon nach
Rückeroberung der Ranch finden sollen. Zudem wirken einige Gags im
Finale dann doch sehr gepresst und schlecht getimt (Auto auf den
Firmenboss!). Ich habe das Computerspiel nie gespielt und wollte es
auch nie spielen, aber ich nehme an, dass dort, wo der Film am ehesten
wie das Spiel ist, er seine größten Schwächen hat, was allerdings für
das eigenständige Drehbuch von Boll im ersten Teil des Films spricht.

Dj Buttnugget : "Schämst du dich für einen deiner Filme ? Ich mein
seien wir ganz ehrlich. Ich könnte bessere Pornos scheissen als die
Videospielverfilmungen die du gemacht hattest." Boll : "Ich schäme mich
für gar keinen Film. Im Gegenteil. House of the dead war klasse gedreht
und auch scheiss anstrengend. Nenn mir mal nen Film der es schafft
innerhalb von 12 min. in der shooting szene so deratig viele schnitte
und kameraouts zu machen wie ich es tat."

Fazit :

Dieser Film spaltet die Gemüter. Die einen werden „Postal" für
seinen extrem derb-krassen Humor sowie seine ausufernde Brutalität und
zelebrierte Dummheit hassen, andere werden ihn genau deswegen lieben.
Es fallen große Löcher und Substanzarmut im Drehbuch sowie
schauspielerische und inszenatorische Defizite auf (so zum Beispiel bei
den recht monoton und billig geratenen Shoot-Outs) - soviel lässt sich
objektiv festhalten.

Man sollte Lorbeeren ja nicht zu früh verschenken.

Aber bei diesem Film sei allen von vorne herein gesagt bei den 2.
genannten kucker: Ansehen, lachen, geschockt sein (im positiven Sinne)
und....LACHEN. Perfekte Cast, coole Szenerie die sehr comichaftig
eingefangen wurde.

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