kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 11.05.2014
Nach Ansicht von „Die Zeit mit Monika“ ist es nur folgerichtig, dass Ingmar Bergman seine Stamm-Aktresse Harriet Andersson auch einmal als eine Frau besetzen würde, die einer Reihe von Männern – ihrem Vater, ihrem Bruder, ihrem Mann – als Spiegel dienen würde. Das Kammerspiel mit nur vier Akteuren ist schon klar der düsteren Mittelphase des Regisseurs zuzuschreiben – ein „Spinnengott“ offenbart sich da einer geistig Kranken, die immer häufiger die oberflächlich harmonisch und innerlich brodelnde Realität verlässt und sich in den Dienst höherer Mächte auf der anderen Seite stellt, derweil die Männer, die mit ihr umgehen müssen, sich ihrem eigenen Inneren stellen. Bergman selbst mochte den Film nicht, weil er ihm zufolge zu sehr der Verdrängung folge und daraus könne kein großes künstlerisches Werk hervorgehen, dabei ist „Wie in einem Spiegel“ herausragendes Bühnenkino, das gekonnt mit Metaphern spielt und spielend mit Stimmungen der Geborgenheit, der Bedrohung und der Bedrückung jongliert.
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