Gleich zu Beginn: Ich konnte mit diesem Film einfach rein gar nichts anfangen.
Es ist noch nicht mal so, dass dieser Film ganz außerordentlich stümperhaft und somit absolut trashig ist. Wäre das so, könnte man sich eventuell noch über unfreiwillige Komik amüsieren. Das vorliegende Werk besteht stattdessen einfach nur aus anderthalb Stunden völliger Leere.
Es ist eine dieser wundersamen Geschichten um den märchenhaften, rasanten Aufstieg eines Stars, wie sie vor allem gerne von Musikern gespielt werden, die sich erstmals als Schauspieler versuchen wollen. In diesem Fall Mariah Carey. Gemäß der Thematik werden auch alle Punkte gemäß Checklist schnell abgearbeitet: Junges Mädchen mit Wunderstimme wird ins Waisenhaus gegeben, schlägt sich als Erwachsene erst mit ein paar Tanznummern in Tanzclubs durch, wird von einem Produzenten entdeckt, mit dem sie auch gleich privat was anfängt, landet einen Nummer Eins Hit, zerstreitet sich mit ihrem Produzentenfreund, weil der plötzlich eifersüchtig ist, gibt ein ausverkauftes Konzert im Madison Square Garden, als ihr Freund erschossen wird. Ende.
Ich will noch nicht mal allzu sehr auf den Schauspielern rumhacken, die hier schlicht totalen Standard abliefern. Nichts Herausragendes, weder nach oben noch nach unten, wobei die Tendenz doch eher nach unten zeigt. Das Schlimmste am Film sind eindeutig sein uninspiriertes Drehbuch und die zugehörigen flachen Charaktere. Billie Frank, wie Careys Alter Ego heißt, ist einfach viel zu glatt und schablonenhaft, einfach nicht menschlich. Sie stolpert einfach von Station zu Station und zeigt dabei keine Macken, aber auch nicht wirklich Vorzüge, abgesehen von ihrer Stimme. Passend dazu spielt Max Beesley ihren Freund und Produzenten Dice erst als den netten DJ von nebenan, der dann plötzlich inmitten der Handlung völlig unausstehlich wird, weil das Drehbuch nun mal nach einem Streit der beiden verlangt. An Tiefe oder Nachvollziehbarkeit der Figuren war hier definitiv niemand interessiert, weswegen überhaupt keine Grundlage für einen guten Schauspieler existiert, angenommen, es war tatsächlich einer anwesend am Set.
Tja, und dieses Drehbuch, Billie landet natürlich gleich einen Nummer Eins Hit, wie sollte es auch anders sein. Aber dass sie in der Lage ist, den Madison Square Garden zu füllen, wo doch nicht einmal ihr erstes Album fertig ist, ist schon arg befremdlich. Nebenbei sind da noch ihre beiden Freundinnen, die immer zu ihr stehen (klar), und ach, der Mutter wird auch gelegentlich nachgetrauert. Die einzige kleine Überraschung im Plot ist, dass Dice tatsächlich am Ende wegen seiner Streitigkeiten und Geldprobleme mit einem anderen Musikproduzenten erschossen wird, aber auch das lässt den Zuschauer völlig kalt, ebenso wie Billie, die unmittelbar vor ihrem Auftritt davon erfährt und mal eben eine kleine, gestelzte Ansprache hält, dass man seine Mitmenschen nicht für selbstverständlich erachten sollte. Womit auch noch schnell die „Botschaft“ abgehandelt wäre.
Es ist einfach alles so belanglos, die Figuren die Handlung, die gelackte Hochglanzinszenierung. Es gibt keine Spannung, keine Emotionen, nichts, was auch nur die kleinste Regung bei mir verursacht hat Alles, was einem an diesem Film gefallen könnte, sind die Stücke von Mariah Carey, vorausgesetzt, man mag ihre Musik. Was ich nicht tue. Und deswegen höre ich besser auf mit dieser Rezension, bevor ich angesichts der unbeschreiblichen Leere, die dieser Film auf mich übertragen hat, noch in Depressionen verfalle.
Ein Punkt, ich weiß einfach nicht, wofür ich mehr geben sollte.