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Wenn ein Slasher Geschichte schreibt, erfolgt dies meist aufgrund einer ausgefallenen Umsetzung oder der markanten Erscheinung des Killers, woraufhin durchaus ganze Serien („Nightmare“, „Halloween“, Freitag der 13.“) möglich sind.
Bei vorliegendem Beitrag schwächelt eben jener Killer, der außer einem Gesichtsverband rein gar nichts vorzuweisen hat.

Oberflächlich gestrickt sind nicht nur die Figuren, sondern die komplette Story: Vier Studenten um Maggie verirren sich auf dem Weg nach Miami und landen an einem einsamen und leerstehenden Farmhaus in West Virginia.
Benzin alle, der Sheriff warnt und noch am selben Abend tritt eine vermummte Gestalt in Erscheinung…

Gewiss sind die Zutaten für dieses Genre denkbar einfach, doch bis auf die wirklich effektive Sounduntermalung, bestehend aus wabernden Klangteppichen, kann auf der Habenseite kaum etwas verbucht werden.
Das beginnt mit den durchweg hölzernen Darstellern und ihrer miesen Synchro, geht über die austauschbaren Kulissen und endet bei den Taten des Killers, die zu selten und unaufgeregt erfolgen.

Über seinen Hintergrund erfährt man nur, dass es sich um einen Trucker handelte, der bei den Einheimischen rassistische Züge auslöste, die ihn bis zur Unkenntlichkeit verprügelten und ihn, tot geglaubt, im Feld zurückließen.
Hier wäre ein Flashback angesagt gewesen, doch so präsentiert sich ein stummer Killer ohne sonderliches Profil, quasi aus dem Nichts heraus.
Seine wenigen Morde entfalten sich als ebenso blass, denn bis auf Stacheldraht im Mund und einem Gesicht auf der Kochplatte fließt fast überhaupt kein Blut, was sich bis zum Finale hinzieht, welches obendrein recht offen endet und diverse Fragen zum weiteren Ablauf ungeklärt lässt.

Überhaupt dauert es zu lange, bis ein wenig Tempo aufkommt, die Dialoglast ist beinahe ermüdend, denn die üblichen Klischees wie der Redneck an der Tankstelle und die abweisende Kellnerin wurden nicht ausgeklammert, während die potentiellen Opfer nichts Markantes einbringen können.
Heldin Maggie unterscheidet sich von den anderen nur darin, dass sie den Spuren einer gefundenen Handtasche nachgehen und das Geld auf ehrliche Weise ihrer Besitzerin zurückgeben möchte, während die anderen den Fund lieber als Taschengeld für Miami betrachtet hätten.

Sympathisch wirkt ergo keine der Figuren und ein Mitfiebern mit verschwundenen oder kurzzeitig in Ketten gelegten Personen hält sich in Grenzen.
Da mischt der Sheriff noch ein wenig mit, zwei angetrunkene Bar-Gäste plaudern etwas Hintergrundmaterial aus, doch die Spielchen mit Weglaufen, Verstecken und Gegenwehr lassen lange und größtenteils auch umsonst auf sich warten.

Zwar ist hier handwerklich nicht viel anzukreiden, doch das Gesamtbild der Story und der müden Umsetzung glänzt nicht gerade vor Esprit.
Dieser Slasher bildet Massenware, dröge, unspektakulär, relativ blutarm und uninspiriert.
Man muss das Genre schon vergöttern, um diesen der Vollständigkeit halber mitzunehmen, - es zu lassen bedeutet hingegen keinen Verlust.
3 von 10

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