Hatte Regisseur Dwight H. Little bereits mit „Zum Töten freigegeben“ einen echten Kracher gelandet, so konnte er diesen mit „Rapid Fire – Unbewaffnet und extrem gefährlich“ noch übertreffen.
Der Vorspann zeigt einen Martial Arts Kampf, der vor schwarzem Hintergrund stattfindet (mit hübschen Nachzieh-Effekten). Schon hier beweist Little, wie man mit vergleichsweise simplen Kunstgriffen originell sein kann.
Drogenboss Antonio Serrano (Nick Mancuso) besucht seinen japanischen Partner Kinman Tau (Tzi Ma), um Hilfe von diesem einzufordern. Die Hilfe wird verweigert, die Männer zerstreiten sich. Der Auftakt hat zwar zuerst nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun; er ist mehr eine Art Einleitung, die aber wichtig für den Film ist (vor allem in der Tatsache, dass Serrano und Kinman Tau zu Feinden werden). Außerdem kann Little hier bereits eine kleine Kampfszene (Zur Unterhaltung wird während des Treffens von Serrano und Kinman Tau ein Martial Arts Fight vorgeführt) einzustreuen, um den Zuschauer schon auf die Action einzustimmen.
Eigentliche Hauptperson ist der Student Jake Lo (Brandon Lee), der seinen Vater im kommunistischen China verlor und in die USA auswanderte; mit der Befreiung seiner Heimat hat er trotzdem nichts am Hut. Mit einem Trick wird er von Lobbyisten, die für die Freiheit Chinas kämpfen, auf eine ihrer Partys gelockt. Doch der Veranstalter, ein Gefolgsmann von Kinman Tau, wird von dem Serrano erschossen. Jake beobachtet den Mord und kann sich gegen Serranos Killer, welche die Party stürmen, zur Wehr setzen. Hier offenbart „Rapid Fire“ seine wahren Stärken: Spektakuläre Action. Sehr rasant und akrobatisch inszeniert, versucht Dwight H. Little auch mal Ausgefalleneres zu zeigen (z.B. der Motorrad durch Vitrine Stunt).
Da Jake den Mord beobachtet hat und Serrano vor Gericht identifizieren könnte, wird er vom FBI unter Zeugenschutz gestellt. Doch einige seiner Bewacher erweisen sich als von Serano gekauft und versuchen Jake zu töten. Dieser kann entkommen und muss seine Haut retten, wobei seine einzige Hilfe der aufrechte Polizist Mace Ryan (Powers Boothe) mit seiner Truppe ist.
Diese Story nutzt „Rapid Fire“ für einen rasanten Actionfilm, bei dem das Hauptaugenmerk zwar auf Brandon Lees Kampfkunst liegt, der aber auch einige Shoot-Outs und Verfolgungsjagden bietet. Die Action ist ziemlich hart und bietet Knochenbrüche, blutige Einschüsse und ähnliches am laufenden Band. Die recht langen Kampfszenen sind mit sehr viel Gefühl für Rasanz und Akrobatik spektakulär inszeniert worden und offenbart auch eingefleischten Actionfans noch nicht da Gewesenes.
Kritikpunkt ist die Story, die in erster Linie dazu dient die fantastischen Actionszenen zu verbinden. Doch immerhin ist diese trotz des stark auffallenden Verbindungscharakters von Dwight H. Little temporeich auf die Leinwand gebracht worden und relativ spannend.
An Musik bieten sich zwei Songs der unbekannten Rockband Hardline, wie bereits von Fly Taggart gesagt. Die Untermalung passt gut ins geschehen und wirft die Frage auf, warum Hardline kein großer Durchbruch beschieden war. Außerdem muss ich Fly Taggart in einem weiteren Punkt zustimmen: Ihr Song Hot Cherie ist genial und sogar noch besser als die in „Rapid Fire“ gespielten Stücke.
Die Schauspieler sind gut vor allem für einen Actionfilm. Powers Boothe gibt den alten Haudegen von einem Cop, was man ihm auch sofort abnimmt. Die Bösewichte haben ihre Rollen als Unsympathen gut drauf, auch wenn ihre Charaktere ein wenig klischeehaft sind. Auch Brandon Lee qualifiziert sich für höhere Aufgaben (die er aufgrund seines Todes nicht angehen konnte), macht aber einen amüsanten Fehler: Wenn Jake Lo zum ersten Mal in seinem Leben jemanden tötet, dann kauft man ihm ab, wie er mit sich entsetztem Gesicht über seine Tat wundert. Doch wenn Jake Lo dann später bei einem Überfall kaltblütig Opfer Nr. 2 und 3 abknallt, dann funktioniert dieser Gesichtsausdruck kein zweites Mal. Glücklicherweise macht Lee diesen Fehler bloß einmal.
Alles in allem bietet sich mit „Rapid Fire“ ein rasanter Actionkracher, der allerdings nicht nur für eingefleischte Genre-Fans einen Blick wert ist.