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Nach Halloween IV, Das Phantom der Oper mit Robert Englund und Zum Töten freigegeben mit Steven Seagal meldete sich Dwight H. Little mit Rapid Fire - Unbewaffnet und extrem gefährlich zurück. Der Star seines Actionkrachers sollte kein geringer als Brandon Lee sein, der nach Halbgurken wie Born Hero und Laser Mission, sowie dem hölzernen, aber unterhaltsamen Buddy Movie Showdown in Little Tokyo endlich ein würdiges Erbe in den riesigen Fußstapfen seines Vaters Bruce Lee antreten sollte.

Lee verkörpert den jungen Jake, der seinen Vater 1989 bei Ausschreitungen in Peking verloren hat. Er versucht sich als Kunststudent in den USA. Ein Flirt mit dem Aktmodell des Kurses verschafft ihm eine Einladung zu einer Friedensveranstaltung, an der er ihretwegen dann teilnimmt. Hier tritt ein aus dem Nebenplot bekannter Gauner in Erscheinung, der Jake begrüßt. Er geht nach Hinten, führt ein Ganovengespräch, geht ins Hinterzimmer, wo der aus dem Prolog bekannte, bankrotte Cosa Nostra Vorstand Serrano auf ihn wartet. Es kommt zum Gemenge, eine Glaswand geht zu Bruch und zur falschen Zeit steht natürlich Jake da, um Zeuge Serranos Kapitalverbrechens zu werden.

Ist diese Szene nur die Einleitung der eigentlichen Action, wird sie für mich die beste im ganzen Film bleiben, führt sie die Fäden doch so simpel und zielgerichtet zusammen. Natürlich hat Jake keine Lust nun diesen dämlichen Zufall mit dem Leben zu bezahlen. So gibt es Hauerei, bereits hier greift Jake allerdings zur Schußwaffe, was dem deutschen Titel doch etwas widerspricht. Dem Zuschauer beschert dies aber nicht nur technisch famoses und unterhaltsam inszeniertes Martial Arts Theater, sondern liefert auch noch deftige Einschüsse.

Bei Jake regiert offensichtlich Murphys Gesetz, denn kaum den Gangstern entflohen, ergreift ihn die Polizei, die ihn zwingt, gegen Serrano vor Gericht auszusagen, um diesen endlich haftbar machen zu können. Ein infiltriertes FBI und Undercover Cops sorgen jedoch dafür, daß die Pechsträhne noch lange kein Ende hat. Gut, bis zur 62 Minuten Marke hätte ich Rapid Fire dabei auch als dynamischen Actionkracher bezeichnet. Einen Punkt Abzug gibt es jedoch für den Abschluß des zweiten Drittels, sieht die Handlung hier zum Nepp des Kinobesuchers doch ein vermeindliches Ende vor, nachdem zwar ein netter Showdown nachgereicht werden kann, welcher jedoch dank des Rhythmusverlustes nicht mehr so recht einschlagen mag.

Trotz dieses kleinen Mankos bleibt Rapid Fire allerdings ein unterhaltsames Abenteuer, das den besten Film des leider während seines nächsten Auftrittes The Crow tragisch verstorbenen Brandon Lee darstellt. Insbesondere weil hier noch ein wenig Charme des Achtzigerjahre Kinos nachhallt, sollte man Rapid Fire keinesfalls verpassen.

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