Review

Soso. Aha. Hm hm… Endlich ist er da: der dritte und letzte Teil der legendären und skandalbesudelten Fake-Snuff-Reihe von Fred Vogel:
August Underground’s PENANCE – mmm, das geht runter wie Öl.
Na dann, mal kucken wie viele enthauptete Kinderleichen diesmal vergewaltigt werden…

Zunächst einmal ist festzustellen, dass PENANCE mit einer wirklich guten Bildqualität gesegnet ist. Zwar wird wie gewohnt im semi-dokumentarischen Stil mit einer wackeligen Handkamera zu Potte gegangen, aber es krieselt und körnert hier nicht so derb wie in den Vorgängern und man erkennt weitestgehend tatsächlich, was vor sich geht.
Zur Handlung:
Wie sollte es anders sein: es gibt keine. Wie Teil 1 und 2 besteht auch PENANCE just aus völlig willkürlich aneinander gereihten Szenarien voller sexueller Perversion, Folterorgien und wüster Fluchereien mit dem F-Wort in der Hauptrolle. Und die Führer durch dieses Museum der Grausamkeiten sind, wie in den beiden Vorreitern, Schwabbelbacke Fred Vogel und dessen angetraute Killerbarbie, welche seit Teil 2 mit an Bord ist.
Doch jetzt zur Sache! Kleine Kostprobe gefällig, was hier so an hirngefickter Scheiße geboten wird? Okay:

- unsere beiden Killer zu Besuch bei Freunden: Fred pokert, kokst und füttert einen Baby-Alligator mit einer Ratte, was zu allgemeiner Belustigung führt

- Weihnachtsabend: unsere Splatter-„Bonnie & Clyde“ stürmen in Michael Myers-Masken ein Einfamilienhaus - „Hammer to the Head“ für Papi, Muttis Leiche bekommt Penis in den Arsch, das Balg wird erdrosselt und zu guter letzt werden noch die Geschenke geplündert. Bös’…

- Außerdem wurde der Keller zur Werkstatt umgebaut und hier werden Kehlen gekappt, Geiseln mit Blut gefüttert und Köpfe abgeschraubt.

Wem das nicht reicht, dem sei versprochen, dass es sich bei PENANCE in Punkto Gewalt eindeutig um den visuell eindruckvollsten Teil der Reihe handelt.
Geboten wird nämlich darüber hinaus noch eine wirklich abstoßende Ausweidung mit brodelnden, gurgelnden und gluggernden Gedärmen und einer Schwangeren wird der Bauch aufgeschlitzt und der Fötus freigelegt.

Doch an diesen Szenen sind bereits die ersten Schwachstellen des Films festzumachen. Diese Szenen sind zwar an sich saugut gemacht, haben aber halt so gar nichts subversives mehr an sich, was ja mehr oder weniger die Stärke der Gewaltdarstellung in den Teilen davor war.
Da sah man eigentlich nix genaues, merkte aber trotzdem, dass da gerade was irre brutales von Statten ging. Das kam dann doch ziemlich realistisch und krass rüber.
Hier ist die Gewalt viel plakativer und deutlicher dargestellt. Meine Meinung aber:
+ Wegen dem Gore braucht man die August Underground-Filme echt nicht kucken. +
Vom Prinzip her hat man das nämlich alles schon mal geseh’n, zwar nicht in besserer Qualli, aber mit Sicherheit mit mehr Story und damit Wirkung drumrum.
So wirklich krass, also von der Wirkung und vom Bauchgefühl her, ist PENANCE also nicht mehr und das ist so mit sein größtes Manko.

Ferner ist dieser finale August auch wieder mit Szenen gespickt, in denen sich unser Killerpärchen bei gänzlich sinnfreien Aktivitäten filmt…, was jetzt nicht heißen soll, dass ich dem Morden und Foltern soviel Sinn zu schreibe, aber… ihr wisst schon was ich meine.
Man sieht die beiden Turteltäubchen also beim Penner-Erschrecken, außerdem füttern sie im Zoo einen Löwen.
Es wurde versucht, die entartete Liebesbeziehung unserer Protagonisten etwas ins Rampenlicht zu rücken, so wirklich gelingt das aber nicht. Die beiden kuscheln, witzeln rum, lachen gemeinsam über die ihr Lebenslicht in einem leisen Gurgeln aushauchenden Geiseln, und im anderen Moment geh’n sie sich gegenseitig an die Gurgel.
So wirklich realistisch wirkt das nicht und interessieren, hm, dürft’s mit ziemlicher Sicherheit auch keinen.

Doch das ärgste aller Übel (--- Achtung: leichter Spoiler!!! ---): das Ende ist offen! Also, es handelt sich hier ja um den letzten Teil der Reihe und da hätt’ ich mir jetzt schon so etwas wie einen Schluss gewünscht, der den dokumentierten Möchtegern-Amoklauf zumindest stimmig abrundet. Aber Pustekuchen: Der Film endet so, dass man locker noch einen Nachfolger dranhängen könnte. (--- Spoiler Ende ---)
Doch PENANCE geizt insgesamt mit Innovationen und neuen Einfällen. Um die Serienmorde weiterhin glaubhaft und realistisch wirken zu lassen, hätte es entschieden mehr gebraucht als nur ein paar Close Up’s von Eingeweiden und Embryonen. Ich mein’, jeder Depp, also sogar ein Massenmörder, lernt kameratechnisch doch mit der Zeit dazu und lässt sich neue Blickwinkel oder Perspektiven einfallen oder bringt in das Morden ein bisschen Wortwitz oder Klamauk mit ein, insbesondere, wenn er langsam beginnt, sich der Kamera bewusst zu werden.
Blabla, hätt’ man also viel machen können, kommen tut nur eben leider nix.

Was bleibt unterm Strich:
Eine selbstgedrehte Pseudo-Doku von zwei fehlgeleiteten jungen Leuten und ein Amateur-Roadmovie über die Beiläufigkeit des Todes und wie lustig so was doch sein kann.
Mit mächtig Gewalt und Perversion oben drauf, ohne Handlung, Sinn, Anstand und, leider Gottes, auch der nötigen Erweiterung.

Fazit daher:
„Natural Born Killers“ goes „Guinea Pig“ – Mit Abstand der schlechteste Teil aus dem Hause „Toetag“ und das sage ich jetzt als Fan der Reihe.
Kann man sich als Liebhaber von sinnlosem Sadismus oder Filmen der besonders kranken Art freilich schon geben,
im Vergleich zu Teil 1 und „Mordum“ zieht dieser im Arsch popelnde Geselle aber eindeutig den kürzeren (Schwanz ausm Mixer ;-).
Die in die Magengrube schlagende Grundstimmung der ersten beiden Teile, die noch Tage lang ein schlechtes Bauchgefühl nach sich zog, ist hier einfach nicht mehr so vorhanden oder zumindest nicht mehr so stark.
Würd’ sagen, der Drop ist ausgelutscht. Vielleicht besser so…

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