So, kommen wir zu meiner 150. Review! Hier will ich mich einem Film widmen, den man damals, als er in die Kinos kam, für unrealistisch empfand. Doch nach dem 11.09.2001 war "Ausnahmezustand" überhaupt nicht mehr der Realität so weit entfernt, wie die Kritiker damals gedacht haben. Die Folgen der Zerstörung des World Trade Centers sind noch heute durch die Politik der USA deutlich zu spüren.
Als ein überfüllter Bus in Brooklyn explodiert und weitere brutale Terror-Anschläge eine blutige Spur in den Straßen von New York hinterlassen, beginnt für FBI-Agent "Hub" Hubbard (Denzel Washington) die fieberhafte Suche nach den Attentätern. Im Kampf gegen die skrupellose Terrorbande verhängt die Regierung über ganz New York den Ausnahmezustand und somit das Kriegsrecht. Tausende von Soldaten patrouillieren schwerbewaffnet und kampfbereit durch die Straßen. Sie alle stehen unter dem Kommando des tyrannischen Generals Devereaux (Bruce Willis), der durch seinen zerstörerischen Fanatismus eine unvorstellbare Katastrophe auslöst...
Denzel Washington (Mann unter Feuer) gibt als FBI-Agent eine tolle Performance ab, die man von dem Mann allerdings gewohnt ist. Knallhart geht er gegen die Terroristen vor (u.a. in der Klassenszene) und tritt dennoch gleichzeitig für die Rechte seiner ausländischen Mitbürger ein. Bruce Willis (Stirb langsam) kann man mal wieder bei der Terroristenbekämpfung erleben, auch wenn sich sein Charakter erheblich von John McClane unterscheidet. Doch auch den rücksichtslosen Devereaux spielt Willis gekonnt souverän, wobei er allerdings eher eine Nebenrolle im Film ist. Etwas schwächer als Washington und Willis, aber dennoch gut, spielt Annette Bening (American Beauty) ihren Part als Nahost-Expertin, die eine Affäre mit einem der Terroristen hat. In einer Nebenrolle ist Tony Shalhoub (Men in Black) als Washingtons Partner zu sehen, den die Massnahemen der Regierung auch persönlich betreffen.
Edward Zwick (The Last Samurai) inszenierte mit "Ausnahmezustand" einen Polit-Thriller, der nun alles andere als fernab der Realität ist. Die Attentate der Terroristen stellt er realistisch und bedrückend zugleich da. Auch die Story hat man intelligent sowie spannend aufgebaut, auch wenn einige Klischees nicht ausbleiben. Dennoch betreibt die US-Regierung im Film wie auch in der Realität mächtige Schwarz/Weiß-Malerei nach dem Motto "Alle Amerikaner GUT - alle Ausländer BÖSE". Nun mag das in der Realität nicht so dermaßen drastisch sein, wie es klingt, doch auch dort schaffen die US-Medien eine Atmosphäre der Angst, da man sich von anderen Nationen angeblich bedroht fühlt. Ironischer Weise zeigen sich so gewisse Parallelen zwischen der heutigen US-Regierung und dem dritten Reich. Wie George W. Bush und die Medien ließ Goebbels die Leute mit seiner ganzen Propaganda glauben, dass sie von Feinden umzingelt seien. Wohlmöglich wäre Goebbels noch stolz auf die US-Medien. Gegen das Land und die Bevölkerung Amerikas habe ich ja eigentlich nix, nur nerven mich die momentane Regierung und die Konservativen. Doch wie heißt es so schön? Zeiten ändern sich, Regierungen ändern sich. Darum kommen wir wieder zum Film "Ausnahmezustand" zurück. Manches mag zwar an den Haaren herbeigezogen sein, dennoch legt sich eben wegen den Ereignessen des WTC-Anschlags ein Hauch von Realismus auf den Film.
"Ausnahmezustand" geht auch etwas unbeschwerter mit dem Thema Terrorismus um, weil er halt vor dem 11.09.2001 entstanden ist. Natürlich hätte man nach den Anschlägen auch einen Ausnahmezustand über New York verhängen können, doch dadurch, dass man es nicht gemacht hat, wird aufgezeigt, wodurch sich Film und Wirklichkeit unterscheiden.
Für meine 150. Review wollte ich nicht unbedingt einen besonderen Film besprechen, sondern eher einen Film, der mir persönlich zusagt. Und das habe ich mit "Ausnahmezustand" gemacht, da der Film ein aktuelles Thema anspricht und einem zeigt, dass man bei solchen Ereignissen wie dem 11.09.2001 keine falschen Entscheidung treffen sollte, was die Bush-Regierung leider getan hat. Hierbei zeigen erneut Parallelen zwischen der Bush-Regierung und dem dritten Reich auf. Dafür braucht man sich ja nur den Irak-Krieg vor Augen zu halten, da Bush diesen auch unter falschem Vorwand begonnen hat, wie es Hitler mit Polen getan hat.
Jedoch sollte man sich bei "Ausnahmezustand" nicht zu sehr über die aktuelle US-Regierung Gedanken machen, da der Film auch alleine sehr gut unterhalten kann.