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Mit „Ausnahmezustand“ ( OT: „The Siege“ ) wagt sich „Amerika – Spezialist“ Edward Zwick ( Regisseur des genialen „Legends of the Fall“ ) nach dem patriotischen, aber packenden Bürgerkriegsdrama „Glory“ ( neben Denzel Washington auch mit Morgan Freeman ) und dem gut inszenierten, handlungsmäßig aber schwächeren und teils umstrittenen „Mut zur Wahrheit“ ( u.a. mit Meg Ryan ) an ein heikles, heutzutage noch brisanteres Thema, um die ( unter Umständen kontroverse ) amerikanische Reaktion auf Anschläge fundamentalistisch-islamischer Terroristen im US-Inland. Hier lässt der Präsident als Reaktion auf einen vernichtenden Anschlag auf die FBI-Zentrale New York abriegeln und in Brooklin das Militär einrücken. Dabei werden potentielle Verdächtige in Stadien zusammengepfercht wie seinerzeit die Japaner im Zweiten Weltkrieg.
Also, sehr mutig und lobenswert ist die im Film zugrunde gelegte Ausgangssituation.
Gut ist auch die Besetzung ( Denzel Washington, Annette Bening, Bruce Willis, ...), sowie die handwerklich tolle Inszenierung des Streifens.
Unbefriedigend ist leider teilweise die Umsetzung: Die Macher wollen die USA im Konflikt mit ihren eigenen Vorstellungen und Idealen zeigen, bleiben dann dabei (abgesehen vom klischeehaft-bösen Militärbefehlshaber, der allerdings gut gespielt wird von Bruce Willis [„Stirb langsam I-III“] ) aber doch zu „politically correct“, um doch nicht zu vielen Leuten auf die Füße zu treten; Der an sich gut gemachte und sehenswerte Politthriller bietet nun allerdings keine Schuldigen oder Lösungsvorschläge, badet, v.a. zum Ende hin, leider in zu vielen Unplausibilitäten und zu großem Pathos. Schade.
Dennoch: Ambitioniert und sehenswert ist der Streifen schon.

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