"Ausnahmezustand" greift ein sehr heikles Thema auf, welches heut zu Tage aktueller gar nicht sein könnte. Es gibt verblüffende Ähnlichkeit zur Realität. Leider ist das Ende aber nicht zufriedenstellend.
Die Story handelt von einer Terrorwelle in New York. Erst ein Bus, der in die Luft gesprengt wurde; später fielen sogar Gebäude den Terroristen zum Opfer. Die Täter und das Motiv scheinen anfangs unklar. Alles deutet aber daraufhin, dass Fundamental-Islamisten einen Ölscheich freipressen wollen, den die Amerikaner gekidnappt haben.
Wie bereits erwähnt, lassen sich erstaunliche Parallelen zur Realität ziehen. Diese zum World Trade Center - Anschlag verhältnismäßig "kleinen" Terrorakte, wie die Busexplosion, könnten jederzeit wieder eine Stadt treffen. Gerade heut zu Tage, wo immer noch Terroranschläge von fanatistischen Islamisten angekündigt werden. Der Film zeigt mit den dargestellten Terrorakten sehr gut, wie hilflos eine Supermacht, wie die USA sein kann (und auch war). Und das ist doch irgendwie erschreckend! Erschreckend, wie leicht es doch ist, solche Taten auszuführen, wenn man einen Gegner vor sich sieht, der nicht zurückschreckt, dafür in den Tod zu gehen. Auch wenn man sieht wie die Behörden und die Armee anstatt miteinander, lieber gegeneinander arbeiten, regt das sehr zum Nachdenken an.
Der Film zeigte schon 1998 die Gefahr. Er zeigte schon zu dieser Zeit Zustände, die zur blanken Wahrheit werden konnten und auch wurden. Man erkannte auch schon die Gefahr der Kamikaze-Islamisten für die der Tod so etwas wie eine Erlösung ist. Sie definieren das Paradies mit dem Leben nach dem Tod.
Diese Erkenntnis und Realitätsnähe ist das Positivste des Filmes. Die negative Seite bestimmen der zu übertriebene Patriotismus von General Devereaux und auch Agent Hubbard und das aus meiner Sicht verkorkste Ende.
Ja, auf den Schluss des Films war ich nun wirklich gespannt. Kann dieses Szenario irgendwie eine Ende finden? Im Film wird dies mit "ja" beantwortet. Die letzte Terrorzelle ist ausgeschaltet und fertig - jetzt herrscht wieder Friede. So einfach ist es dann aber doch nicht, was von dem Islamisten zum Schluss auch schon angedeutet wurde. Eigentlich hätte man wohl zu der Erkenntnis kommen sollen, das es kein Ende gibt. jedenfalls nicht in diesem Film. Es ist nämlich ein Prozess von Jahren, denn die Wurzel des Übels liegt viel tiefer als man glaubt. Leider wollen das die Amerikaner im Film nicht wirklich wahrhaben und baden nun nach der Ausschaltung der letzten Zelle in einem Meer, namens Sicherheit!
Zu Anfang hatte ich das Gefühl, dass man etwas intelligenter an den Film rangegangen wäre. Ich dachte nämlich, dass die Menschen, die der Religion des Islams angehören und auch Araber, hier nicht in die "Alle islamische Menschen sind scheiße" - Tonne geschmissen werden. Leider war das wohl ein Trugschluss meinerseits, denn was man zum Ende hin für schon fast an die Nazi-Zeit erinnernde Zustände zusehen bekommt, ist ja wirklich erschreckend. Wie Menschen da wie Tiere in Käfigen eingesperrt werden, ist nun nicht mehr schön. So krass hätte man das nicht darstellen müssen.
Denzel Washington kommt mir in seinen Ansprachen zwischendurch zu patriotistisch rüber. Ansonsten spielt er ganz gut, aber überbewerten würde ich ihn in dieser Rolle nicht. Zumal er bei ca. 600 verlorenen FBI-Kollegen zu wenig auf die Tränendrüse drückt.
Bruce Willis gefällt mir da besser in seiner Leistung. Er verkörpert zwar den arroganten Bösewicht am Ende, macht das aber sehr gut.
Fazit: Ein Film, der seit dem 11. September 2002 von der Realität überrollt wurde. Der Ansatz ist wirklich gut, aber ab der zweiten Hälfte wurde hier viel zu viel verspielt.