Nobel Son sticht in einzelnen Spitzen schon über den Genre-Durschnitt heraus. Versagt aber im Kern seines eigentliches Sujets-einer innovativen vertrakten Story mit Aha-Auflösung.
Denn damit bricht sich der Film letzendlich das Genick,da die Geschichte einige gravierende Logiklöcher aufweist, welche dann unfreiwillig komisch wirken.Dazu aber später mehr.
Punkten kann der Film eindeutig mit seinen exzentrischen,verschroben, leicht skurrilen Charakteren-wobei eine echte Charakterzeichnung nicht wirklich gegeben ist.
Dennoch machen die Figuren von Alan Rickman oder Eliza Dushku spaß. Ohne ihre Darstellung wäre der Film mit Sicherheit in Trivialität versunken.
Nobel Sun fängt auch vielversprechend an.Der Zuschauer wird im Unklaren gelassen worum es eigentlich geht und bekommt eine schöne makabere Szene gleich in der Eröffnung zu sehen.
Geschickt werde kommentarlos Aktivitäten oder Personen eingeblendet,die die Spannung bis dahin aufrecht erhalten.
Das ganze Konstrukt fängt dann aber in der Mitte des Films mächtig an zu wackeln und zeigt dann offensichtlich, dass der Film die Kurve nicht mehr kriegt und in Ideenlosigkeit und Vorhersehbarkeit endet.
Dabei wird der Film nicht wirklich langweilig. Doch wirkt der zweite Teil des Films unnötig aufgesetzt.
Kommen wir nochmal zur Story und einigen Patzern.Achtung Spoiler:
Da baut der böse Stiefbruder einen ganzen Mini auseinander,lässt diesen in Holzkisten in einen Raum in einer Mall liefern um ihn dort wieder aufzubauen und um die Polizei damit abzulenken.Da in der Mall optisch der Selbe Mini als Gewinnwagen steht, in dem dann das Lösegeld in den Kofferaum gelegt wird und der Wagen per Fernsteuerung gelenkt wird. Dieser wird dann durch eine Wand in den Raum mit dem Bausatz-Mini gefahren und der "Fake-Mini" fährt ohne Lösegeld wieder raus. Während der Mini mit dem Lösegeld abgedeckt unter Planen verschwindet.
Hier gipfeln sich die Ungereimtheiten und die dreiste Inszenierung nervt.
Als erstes ist zu erwähnen,dass jedem Laien bewusst seien dürfte,dass es unmöglich ist ein Auto-auch ein Mini in dargebotener Zeit so schnell wieder fahrbereit zu machen, alleine und ohne größeres Werkzeug usw .
Ok. kann man vielleicht noch drüber wegsehen,aber dann mit der Fernbedienung (ein großes Ding- Joypad mit Display) unnötigerweise mitten im Getümmel, offen und ohne Deckung, die Knöpfe zu bewegen und kein Bulle bekommt was mit, ist schon dreist. Außerdem ist der schutzlose Standort völlig unnötig,da er ja eine eingebaute Kamera hat.
Der größte Clou aber,ist der eigentliche "Sinn" des Ganzen,denn als der ferngesteuerte Mini mit dem Lösegeld durch die Wand und in den Raum mit dem anderen Mini fährt,vergeht mindestens genau soviel Zeit bis er wieder rauskommt,als wenn man in dieser Zeit den Kofferaum geöffnet,die relativ kleine Geldtasche herausgenommen hätte und dann mit dem selben Mini wieder rausgefahren wäre. Die Bausatzaktion ist also total Unsinnig.
Hinzu kommt dann noch später,dass das Geld in einem Schließfach deponiert wird und die involvierte "Geisel" den Schlüssel dazu runterschlucken muss,damit die Polizei ihn nicht findet,wenn er wieder übergeben wird. Dieseb hätte man auch sicherlich irgendwo deponieren können und dann später abgeholt.
Spoiler Ende.
Die gravierende Patzern degradieren den Film weitesgehend Richtung Durchschnitt. Wie gesagt retten einige Figuren den Rest.
Fazit:
Für eine Sonntagsnachmittags-Unterhaltung akzeptabel.
5,5 von 10 Punkten