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Das fünfte Element kehrt, nachdem es von Aliens entführt wurde in Gestalt einer jungen Frau, Milla Jovovich, zurück auf die Erde. Nun liegt es an ihr und einem ehemaligen Agenten, Bruce Willis, die Erde vor ihrer Zerstörung zu bewahren, was der gemeine Gary Oldman jedoch verhindern will.
Die Story ist eine Katastrophe. Luc Besson schustert sich aus geschätzten 10 bekannten Sci-fi-Filmen sein persönliches Meisterwerk zusammen. Die Story ist vorhersehbar und schon die Grundidee, um dass fünfte Element in einem menschlichen Körper, dass die Erde rettet, ist dämlich. Die Charaktere haben nicht einmal einen Ansatz von Tiefe und sind klischeehaft konstruiert. Deshalb ist Bruce Willis auch der "knallharte Held aus dem Bilderbuch" und Gary Oldman der typische, billige Bösewicht. Am Ende kommt dann noch Bessons gescheiterter Versuch wenigstens Tiefe vorzuheucheln, aber das einzige, was ihm gelingt, ist noch einmal klarzustellen, dass Liebe gut und Krieg böse ist.
Der Film läuft sehr langsam an und entwickelt einen mittelmäßigen Unterhaltungswert, der aber kontinuierlich gehalten werden kann. Das Problem ist, dass der Film sich nicht entscheiden kann, worauf er eigentlich hinaus will. Er ist eine schwache Mischung aus einem Liebesfilm, einem Sci-fi-Streifen und einer Action-Komödie. Der Film kann aufgrund seiner lächerlichen Umsetzung kaum Spannung aufbauen.
Die Kulisse ist sehr futuristisch, ist aber offensichtlich bei bereits erschienenen Sci-fi-Filmen, wie "Blade Runner" abgeguckt. Die Kostüme sind ein weiterer großer Nachteil des Films. Sie sind dermaßen dick aufgetragen und lächerlich gestaltet, dass der Film vor allem zum Ende hin an eine dämliche Freakshow erinnert. Die Filmmusik ist ordentlich gelungen und vermutlich das Markenzeichen des Films. Vor allem die episodenhafte Erzählweise und die damit verbundene Musik ist Besson gut gelungen. Vielleicht wäre es alles in allem doch besser gewesen, einen soliden Actionfilm zu machen und keinen innovativen Sci-fi-Film zusammenzuschustern.
Die Action-Szenen sind ordentlich und unterhaltsam. Es gibt ein paar Gags, von denen auch ein paar zünden. Wenigstens hier ist Besson solide.
Bruce Willis spielt wie immer den harten Haudegen und ist wie immer sehr gut. Vor allem zum Ende hin, wenn er sich in Jovovich verliebt, soll er wohl emotional wirken, spielt diese Seite seines Charakters aber nicht so gut. Milla Jovovich ist ein Totalausfall. Entweder es liegt daran, dass sie wirklich so schlecht spielt, zumal sie ja eigentlich Model und nicht Schauspielerin ist, oder es liegt daran, dass Besson es so wollte, aber diese Art der Darstellung als schwaches und labiles fünfte Element ist nicht gut. Ian Holm und Gary Oldman sind solide, stecken aber in sehr unglücklichen Rollen und tragen die dämlichsten Kostüme von allen. Chris Tucker ist furchtbar nervig und bremst den Film mit seinen Flachwitzen und seinem hysterischen Verhalten zum Ende hin aus.
Nach seinem sensationellen Werk "Leon - Der Profi" bekam Rgisseur Luc Besson ein Budget von 100 Millionen Dollar und hätte sicherlich mehr aus diesem Geld machen müssen. Schon in Leon zeigt sich, dass er einen einzigartigen und skurrilen Stil hat. Doch während Leon durch den Stil zum Meisterwerk wird, ist das fünfte Element ein Flopp.
Der Film ist sicherlich zu empfehlen, da es wirklich Geschmackssache ist, ob er einem gefällt, oder nicht, zumal es sich um einen außergewöhnlichen Film handelt. Für jeden Action- und Sci-fi-Fan ein Muss. Mir persönlich gefällt er nicht und auch objektiv betrachtet ist er nicht sonderlich gut, höchstens mittelmäßig.
Zusammenfassend ist der "fünfte Element" eine unterhaltsame Freakshow mit einer schwachen und lächerlichen Handlung, einer schlechten Milla Jovovich und einer gewöhnungsbedürftigen Umsetzung.

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