Teil 4 der wenig glamourösen, allerdings gerade deswegen vollends ihre Zwecke als Videothekenreißer und Blickfang für die entsprechende Klientel erfüllenden und zur damaligen Zeit auch durchaus bekannten Black Cobra Saga, ein natürlich von den Italienern kommendes Ripoff von City Cobra und damit der Aktualisierung des raubeinig reaktionären Cop-Geschehens. Der Zweck heiligt alle Mittel, und wenn das Gesetz allein nicht ausreicht, muss es seitens der Gesetzeshüter auch mal gebeugt oder gar gebrochen werden; hier wird diese Dirty Harry - Erzählung von Fred Williamson 'verkörpert', der in seiner Laufbahn die Funktion des Einzelkämpfers und der Ein-Mann-Kampfmaschine schon öfters und von Beginn an dargestellt hat und nunmehr mit Umberto Lenzi auch den (etwas betagteren) geeigneten Regisseur, zumindest in der Theorie auf dem Papier dafür hat und die richtige 'Geschichte' gleich mit:
Als Barry Wilson [ Drehbuchautor Gaetano Russo ], der leitende Elektronikingenieur einer amerikanischen Waffenfabrik, kurz vor der Installation eines Verteidigungssystems von arabischen Terroristen unter Führung von Caleb Sakur [ Bruno Bilotta a.k.a. Karl Landgren ] gekidnappt wird, schaltet sich der in Chicago ansässige Detective Robert Malone [ Fred Williamson ] samt seinem Assistenten Detective Jackson [ Bobby Rhodes ] in die Ermittlungen des FBI ein; in Absprache, nicht unbedingt in Befürwortung mit seinem Vorgesetzten Max Walker [ Maurice Poli ]. Nach einem Fluchtversuch von Wilson gerät auch seine Ehefrau Evelyn [ Elena Wiedermann ] in tödliche Gefahr, sodass sich das Polizeigespann aufteilt.
Angriff und Verteidigung. Mit leichten Unsicherheiten in der Erzählform und im Aufbau wird begonnen, schon der Vorspann mit einer großen Silhouette der Haupt- oder zumindest der Titelfigur vor diversen Bildern militärischen Aufwandes und kriegerischer Weihen ohne einen Zusammenhang untereinander oder auch zur Geschichte selber hin irritiert eher als das man interessiert. Eine ausgiebige Duschszene weiter ist die Aufmerksamkeit schon gesteigert, dies aber auch nötig, da weitere Parteien außer der (später angezogenen) Frau und ihrem Liebhaber am Frühstückstisch in rascher Reihenfolge 'eingeführt' und 'vorgestellt' werden; immerhin auch mit einer mit mehreren Detonationen — es könnte auch immer die gleiche sein — sowie einer ausgebrochenen Schießerei in einer Industriebrache, sowie dem Nahkampftraining der terroristischen Vereinigung mit Code-Name Insallah, wobei einer der Attackierenden dort beim patentierten Roundhousekick das Bein keine 20 cm über den Boden gehoben kriegt, und das Ganze entsprechend wenig eindrucksvoll aussieht. Wenigstens ist die Frau bald wieder nackt und ins Liebesspiel vertieft, und die Kugeln fliegen wieder.
Kenner vor allem des ersten Filmes merken dann auch schnell oder haben es schon registriert, woran das Durcheinander liegt und woraus es begründet ist: Die Produktion ist oftmals ein Stückwerk, eine reine Mogelpackung, ein Copy & Paste aus Black Cobra, die sich gerade der Szenen mit Williamson dort und auch der Actionmomente, teilweise anders geschnitten oder in eine 'andere Umgebung' montiert bedient — das Eingreifen von Malone bei der Geiselnahme in der Schwimmhalle dort ist hier bspw. ein Banküberfall, der im Heizungskeller gelöst wird und wo Schnitt und Gegenschnitt aus verschiedenen Quellen stammt und im Grunde auch in verschiedenen Herkünften zu Hause ist; das Massaker im Krankenhaus wird kurz vor das Ende und hier nur mit einer anderen verletzten Frau als der Kronzeugin dort verlegt — , und ein Flickenteppich par excellence ist.Merken tut das nur der Kundige, der Kenner der Quellen, da das Holprige und das Rabiate durchaus mit ein Markenzeichen des italienischen Raubbau- und Rabaukenkinos und das jeweilige Bildmaterial nur wenige Jahre unterschiedlich und so tatsächlich ähnlich in der Gestaltung ist, und teilweise gleiche Darsteller auch aus dem Original vorhanden, die die Illusion vollständig machen und teilweise mit sich selber aus dem anderen Film und dort wiederum als Verbindung zu Williamson interagieren.
Das Problem ist nur: so richtig ergiebig als Blaupause für eine bloß andere Schnittfassung von Teil 1, in dem das Finale von dort hier die Eröffnungsszene ist usw. usf., oder gar involvierend wirkt der Film mit seiner Alternativfassung natürlich nicht, zumal man außerhalb der Montage und der Kreativität im Diebstahl kaum eine eigene Leistung erbringt, wenn man einmal von einer kleinen Home Invasion und einem anschließenden Zweikampf im nächtlichen Gartengrundstück mit leichten Ansätzen von sowohl Horror als auch einer unfreiwilligen Parodie und das auch noch gleichzeitig absieht. Das alte Bildmaterial hat weiterhin seine Wirkung, die wenigen neuen Zusätze sind mehr oder minder völlig verarmt und unterernährt, oftmals auch reichlich trübe gehalten, wie das sprichwörtliche Negativ im Dunkeln, da erkennt man nun wirklich nichts und will es auch eigentlich gar nicht so richtig sehen. Symptomatisch für Genreware aus Italien, die schon Ende der Achtziger am Ächzen und am Kreuchen war und nunmehr erst recht erledigt, wird oder kann hier nichts mehr geboten werden außer der eigenen Schmuddeligkeit und dem Abgesang auf einst bessere Zeiten, die nun auch vergleichsweise lange angehalten haben, wo jetzt aber endgültig Schluss mit und der Sarg zu und auch bereits mit Nägeln für immer und ewig verschlossen ist.