Inhalt:
Ein Mann wird von bösen Alpträumen geplagt, in denen er ein Haus betritt und mit ansieht, wie eine Hexe seinen Kopf als Zutat für eine Suppe verwendet. Da es in der Ehe mit seiner Frau auch nicht gerade rosig läuft, mieten sich die beiden in einem Haus ein und, oh Wunder, es handelt sich um das Haus aus den Träumen des Mannes, der bald feststellen muss, dass das Gemäuer ein grausames Geheimnis birgt, mit dem seine Frau in Verbindung zu stehen scheint.
Kritik:
Und wieder hat Umberto Lenzi ("Ghosthouse" und "Ghosthouse 3") zugeschlagen und den vierten und letzten Teil der Ghosthouse-Quadrologie abgeliefert.
Von der Story her ist dieser Teil der komplexeste und mysteriöseste der Reihe. Während der Geschehnisse im Hexenhaus werden ein paar Puzzleteile verstreut, die sich am Ende zu einem recht logischen Gesamtbild zusammenfügen.
Es beginnt damit, dass unser Held in der Nacht beim Blick aus seinem Schlafgemach mitansieht, wie eine alte Hexe mit einer Eisenstange auf einen Pfarrer einprügelt und dabei an der Hand verletzt wird. Kurz darauf sind alle Spuren verwischt und nur eine blutige Bibel zeugt von der Tat. Später dann sieht der Mann eine schwarze Katze mit einer verletzten Pfote und seine Frau wandelt des Nächtens um das Haus herum. Und da sie eine Verletzung an der Hand aufweist, ist für ihn der Fall klar: Seine Frau muss die Hexe und mit der Kraft, sich in eine Katze verwandeln zu können, ausgestattet sein.
Auch hinter dem plötzlichen Verschwinden einiger Mitbewohner scheint sie zu stecken.
Auch das Haus birgt einige Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden. So wurde in der Vergangenheit eine eingemauerte Leiche gefunden und die Großmutter der Nichte des blinden Hausbesitzers wurde durch Flammen getötet. Auch jetzt geschehen dort eine obskure Dinge, wie der trotz fehlender Stromzufuhr explodierende Fernsehapparillo (das durfte ja nicht fehlen), der plötzliche Durchzug oder das Schneegestöber im Keller (das erinnerte mich ein wenig an eine Folge aus "Lucie der Schrecken der Straße" in denen die beiden Knetmännchen Friedrich und Friedrich im Wohzimmer für ein ähnliches Phänomen sorgten).
Leider merkt man bei all diesen Dingen, dass es sich bei diesem Film um eine Fernsehproduktion handeln muss, worunter auch die Atmosphäre zu leiden hat und einige gute Ideen nicht voll ausgeschöpft werden können.
Auch den Effekten merkt man an, dass sie eigentlich auf ein Fernsehpublikum zugeschnitten wurden. Blutfontänen gibt es nicht und die Mordszenen zeigen wenig.
Die Darsteller sind, naja ich sag mal, geht so. Für die Charakterisierung der handelnden Personen wurde nicht viel Zeit verschwendet, was sich sehr schön in der Anfangsszene zeigt, in der sich der Mann und seine Schwägerin unterhalten und in knappen Sätzen deren Beziehung zueinander dargestellt wird. Er: "Du bist die Ärztin [...]." - Sie: "Aber ich bin auch deine Schwägerin." - Er: "Ja, und zusammen mit meinem Bruder hast du eine wunderbare Tochter in die Welt gesetzt." - Sie: "Ja, und dann hat er sich einfach töten lassen bei diesem dummen Autounfall in Rom." Die Schreiberlinge von GZSZ wären stolz auf solche Dialoge.
Witzig fand ich auch die Szene in der eben jene wunderbare Tochter sich heimlich in dem Hexenhaus mit ihrem Freund trifft. Beide liegen auf dem Bett und sie fragt ihn, wozu er Lust habe und der Brillenträger lässt verlauten, dass er gerne etwas essen würde! Unfassbar, diese Dummheit bezahlt er zu Recht mit dem Leben. Es scheint doch einen Gott zu geben.
Das Ende ist dann wiederum schön böse und überraschend geworden, auch wenn ich mir soetwas irgendwie schon gedacht hatte.
Insgesamt ist dies ein in Ordnunger (mir fällt kein passenderes Wort ein) Abschluss der Reihe, wobei er sich qualitativ mit den anderen Teilen nicht viel nimmt.