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Der Journalist Luke und seine Frau Martha versuchen ihre Ehekrise mit einem Urlaub in einem Landhaus zu kitten. Dort angekommen stellt Luke fest, dass es sich um das Haus aus seinen Albträumen handelt, in denen eine Hexe seinen abgeschlagenen Kopf in einem Topf kocht. Als er in der ersten Nacht im Garten den Mord jener alten Hexe an dem Pfarrer sieht, lässt er seine Schwägerin, die Ärztin Elsa, mit ihrer Tochter hinterher reisen. Niemand glaubt zunächst an seine wilden Geschichten, auch nicht der blinde Hausherr und seine Nichte Sharon. Doch Martha benimmt sich zunehmend merkwürdiger, schlafwandelt und hat mit aggressiven Gemütszuständen zu kämpfen. Immer mehr verdichtet sich für Luke (und den Zuschauer) die Gewissheit, dass seine Frau eine Hexe ist, die den anderen nach dem Leben trachtet. Wie ein roter Faden zieht Umberto Lenzi den Verdacht auf Martha, die mit ihren esoterischen Interessen scheinbar die Rolle der bösen Hexe innehat. Dass dies nur allzu plump wäre, ist offensichtlich und die Auflösung des Geisterhausspektakels verwundert kaum. Bis dahin gibt es ein paar kleine übersinnliche Effekte, die im Gegensatz zu den Vorgängern eher unspektakulär wirken. Einfaches, wie zerplatzende Glühbirnen wird ebenso dargeboten, wie ein Kellerszenario, wo es plötzlich schneit. Dazwischen geschehen, wenn denn "Ghosthouse" erstmal in Fahrt kommt, einige Morde, bei denen Lenzi sich auch erstaunlich zurückhält, selbst eine Köpfung kann man nicht unbedingt als grafisch ausgeschlachtet bezeichnen. Die Atmosphäre überzeugt stellenweise, je nachdem, wie sich die mittelmäßigen Schauspieler gerade verhalten. Die Rahmenhandlung gibt indes immer wieder Grund zur Erheiterung, allein schon der blinde Hausherr (Paul Müller), als Pianist: o.k., als Gärtner: na, ja. Die Dialoge sind ebenso immer wieder einen Lacher wert, sehenswert ist der Beginn, wo durch einen Dialog kurz alle Beziehungsverhältnisse innerhalb weniger Sätze erklärt werden, mein Gott, wie geschickt. Innerhalb der vier "Ghosthouse"-Streifen wirkt dieser am professionellsten, aber auch am glattesten produziert, das typische Flair von italienischem Grusel für das Fernsehen schlägt da an allen Ecken und Enden durch. Kurzweilige, anspruchslose Unterhaltung für Hexenhausfreunde ist das schon, woher ein Filmanalytiker (laut X-Rated-Cover) eine "beklemmende Atmosphäre" nimmt, bleibt mehr als schleierhaft.

Fazit: Für Geisterhausfans der alten Schule und Filmanalytiker eventuell einen Blick wert, für alle anderen Zeitverschwendung. 4/10 Punkten

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