Miamis Monster-Rikscha!
Sergio Martino kann Stil genauso wie Schlock, hat er doch in seiner Heimat ein paar der feinsten Giallos überhaupt genauso wie ein paar der sleazigsten Bahnhofskinoverschnitte gedreht. Mit „American Rikscha“ durchmischte er seine filmische Vita und ließ sie in der Brennofensonne Miamis braten - ein junger Rikscha-Fahrer gerät in eine teuflische Verschwörung… und wir glauben unseren Augen kaum!
Es ist ohne Frage ein Martino - aber auf Steroiden, in Spandex, eventuell mit Aids, untervögelt und überbelichtet. „American Rikscha“ ist sehenswert - wenn auch oft genug aus den völlig falschen Gründen. Ein far cry entfernt von Martinos stilvollen Giallos D'Italia - und doch ganz klar blutsverwandt. Nur eben amerikanisch-missgebildet. Cheesy und daneben. In seinen besten Momenten nah an sowas wie „Hard Ticket To Hawaii“ oder „Miami Connection“. Diese besondere Stadt in Florida war selten schwuler. Aerobic trifft Hirngespinst. Yachten und Jägermeister - denn den braucht es um sich dieses Chaos schön zu trinken. Nicht sinnig, aber sinnlich. Senil sicher auch. Rikschas, Visionen, Horror und Haarsträubendes. Als ob man absichtlich seinen zuckrigen Cocktail mit einer spanischen Fliege würzt. Konfusion und Perversion. Ein verzerrter Giallo für die Jünger Jane Fondas. Sicher nicht Martinos glorreichste Stunde - aber eins ist sicher: selten hat einer weniger einen Fick auf irgendetwas gegeben. Faszinierend, um einen berühmten Vulkanier mal wieder zu zitieren. Humbug-Hokuspokus. Murks-Mischpoke. Herrlich quer.
Fazit: was ein sonniger Irrsinn… davon lasse ich mich gerne mitziehen!