Der Film, der deteillgetreu nach einer wahren Begebenheit verfilmit ist, dreht sich um Peter Zivi Malkin, der für den israelischen Geheimdienst Mossad tätig war und den deutschen Kriegsverbrecher Adolf Eichmann in Argentinien fasste und ihn nach Israel brachte, wo er schließlich zum Tode verurteilt wurde. Peter Zivi Malkin, auf dessen Aufzeichnungen der Film basiert und der auch selbst das Drehbuch verfasste, war selbst jüdischer Flüchtling gewesen und hatte seine Schwester in einem KZ verloren. Eichmann war für die Deportation der Juden verantwortlich und war so an der Ermordung von rund 6 Millionen Menschen direkt beteiligt.
Ich finde es gut, dass der Film nicht klischeehaft den deutschen Kriegsverbrecher Adolf Eichmann als Monster darstellt. Eichmann steht zu seinen Taten, unterschreibt sogar das Dokument, nach Israel ausgeliefert zu werden und ist eine Persönlichkeit, von der auch sein Jäger Peter Zivi Malkin fasziniert ist.
Am Anfang des Films werden die Charaktäre vorgestellt, auch hier überrascht, dass Eichmann nicht als Monster sondern als liebevoller Vater und Großvater dargestellt wird. Schon im ersten Drittel des Films wird dieser gestellt und in einem Hotelzimmer festgehalten.
Malkins Aufgabe ist es lediglich auf ihn aufzupassen, weshalb es ihm untersagt ist mit Eichmann zu sprechen. Eichmann selbst sucht den Kontakt und beginnt die ersten Unterhaltungen. Malkin, der selbst einen Teil seiner Familie in den Konzentrationslagern verloren hat, zeigt anfangs kein Verständnis. Gegen Ende scheint er Eichmann aber mehr und mehr zu verstehen, der seine Taten hauptsächlich damit begründet, dass er nach dem Gesetz gehandelt hat und seine Ehre verteidigen musste. Malkin bringt ihn sogar dazu, seine Auslieferungsdokumente nach Israel selbst zu unterschreiben.
Die Unterhaltungen sind stark gemacht und sowohl spannend, als auch interessand inszeniert. Außerdem finde ich es gut, dass der Film sich jegliche Bewertung der Taten erspart und für beide Seiten Verständnis aufbringt. Alles in allem wird das ernste Thema gut bewältigt.
Robert Duvall, der der einzige namenhafte Darsteller im Film ist, spielt den Kriegsverbrecher hervorragend, sodass man ihm den Spaß am Spiel förmlich ansieht. Die anderen Darsteller sind nicht schlecht, wirken aber unerfahren.
Das einzige, was am Film zu bemängeln währe sind das schlechte Bild und der schwache Ton, man merkt dem Film das geringe Budget vor allem an diesen Stellen an. Außerdem hat das Kammerspiel von Eichmann und Malkin zwischendurch ein paar Längen.
Zusammenfassend lohnt es sich auf jeden Fall, "Der Mann, der Eichmann jagte" anzusehen, da er auf einer wahren Begebenheit basiert, die Nazitaten gut und detaillgetreu darstellt und jede Art von Bewertung unterlässt. Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass der Film sehr ernst ist und keine großen Höhepunkte hat. Mit "Schindlers Liste" kann er bei weitem nicht mithalten.