Vor neun Jahren stand Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Andre das letzte Mal im Ring. Andre war ein Champion und die Welt lag ihm zu Füßen, doch der tragische Tod seiner Frau warf ihn aus der Bahn und er hing seine Karriere an den Nagel. Seitdem hat er sich ein neues Leben aufgebaut und kümmert sich fürsorglich um seine beiden Kinder. Doch ein weiterer Schicksalsschlag stellt ihn vor eine schwierige Entscheidung. Als seine Tochter ins Krankenhaus kommt, wird bei ihr ein tödlicher Gehirntumor diagnostiziert. Da er sich die kostspielige Behandlung nicht leisten kann und sich die Versicherung weigert zu zahlen, bleibt ihm nur ein Ausweg: Er muss wieder in den Ring steigen. In einem knochenharten Kampf tritt er gegen den derzeitigen Champion Zulu an und setzt für das Preisgeld und das Leben seiner Tochter alles aufs Spiel.
Boah ey, das Teil heißt Boxring des Todes, die unheilvolle rote Altersplakette prangt groß als Warnung auf der DVD, das hier ist nur was für die Härtesten der Harten, die Besten der Besten …. Der Besten (ok, der war geklaut von Men in Black). Leider sieht die Realität in Wirklichkeit doch mal wieder komplett anders aus. Ein sympathischer Stubentiger mit der Ausdruckskraft eines Kleiderbügels holzt sich durch einen Film, dessen erste Hälfte wirkt wie eine Vormittagssoap. Kämpfe? Action? Wieso denn? Schließlich will doch jeder, der sich einen solchen Film ansieht mit emotionaler Hochauflösung das Leben eines fast 40-jährigen Ex-Kämpfers ansehen, der mit übelster Mimik versucht den Gehirntumor seiner Tochter irgendwie tragisch wirken zu lassen und dabei schmählich auf die thespische Fresse fliegt.
Nichts gegen Andre Lima selbst, wenn er denn mal in seiner Welt losgelassen wird, hat er wirklich tolle Akrobatik und spektakuläre Moves drauf, aber schauspielern ist nicht sein Ding, was eigentlich jeder Regisseur merken sollte, selbst wenn er auf beiden Glotzern blind ist und die Welt nur durch seine Hühneraugen betrachtet. Aber hier ist schon ein weiterer Mangel. Kamera und Regie sind furchtbar. Die Bilder sind langweilig und so Sachen wie Schauspielerführung oder zündendende Einfälle sind schlicht nicht existent, sondern das Storyboard wird lieblos runtergefilmt. Das Acting ist so völlig für die Tonne, da können auch die alten Hasen wie Gary Busey und Martin Kove nicht mehr retten, das ihnen die Macher einen großen Haufen in ihre Boxhandschuhe gemacht haben.
Der große Genickbruch ist aber zweifellos der eklatante Mangel an Action und Kampfsequenzen. Wenn das kranke Gör mehr Screentime hat, als die eigentlichen Zweikämpfe läuft da etwas grundsätzlich falsch und der Drehbuchautor gehört demzufolge in die gleiche Vorhölle wie der DOP und der Regisseur. Eigentlich gibt es eh nur zwei, einmal als Sparring während des Aufbautrainings und der einzig eigentlich offizielle Fight findet dann wirklich zum Showdown gegen den vermeintlich übermächtigen Zulu. Da fühlt man sich als Konsument doch mal so richtig verkackeiert.Die Welt der Kampfsportfilme ist ohnehin qualitativ eher niedrig angesiedelt, meistens gähnt man sich durch die öden Füllszenen außerhalb der Ringseile und hofft entweder durch technische Leckerlis oder wenigstens rohe Gewalt unterhalten zu werden. Aber selbst in dieser Liga ist Boxring des Todes ein mieser Schnarcher, der vergeblich bemüht das Rocky-Prinzip auf Mixed Martial Arts zu bügeln. Jedenfalls trifft der metaphorische Schlag in die Fresse hier nicht den Ringgegner, sondern den Zuschauer. 3…2…1…Knocked out
2/10