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"Wer auf die Jagd nach einem Tiger geht, der muss damit rechnen, einen Tiger zu finden" - Indisches Sprichwort


Es gibt unzählige Filme, in denen Tiere die natürliche Form des Horrors ausspielen sollen. Aufgrund der realen Angst, findet dieses Genre eine ganze Menge Anhänger. Ich selber zähle mich auch dazu. Seltenst gibt es aber Exemplare, die wirklich subtil zu Werke gehen, das ganze realistisch anmuten lassen. Dazu würde ich persönlich "Jaws", "Rogue - Im falschen Revier", "Black Water" und "Der Geist und die Dunkelheit" zählen. Letzterer kommt dem hier vorliegenden "Maneater" am nähesten, handelt es sich hier ebenfalls um einen Menschen futternden Tiger. Gut, in Stephen Hopkins (Predator 2) Horror-Abenteuer waren es keine Tiger, sondern Löwen, aber sein wir mal ehrlich, Mieze ist Mieze.

Hauptdarsteller ist also ein Tiger. Jener wurde schön in Szene gesetzt. Hat zwar nicht Unmengen an Screentime, aber wenn er denn kommt, wird's durchaus passabel. Mir schien, als wären nicht allzu viele Computer genutzt, und hauptsächlich mit einem echten Tiger gearbeitet worden. Das merkt man vor allem an den Bewegungen des Tieres. Normalerweise sind Filme dieser Art mit immens wenig Budget gesegnet, so ist das folglich auch hier, aber da wurde was ganz gutes draus gemacht. Die Szenerie ist anständig, die Atmosphäre ebenso.

Um sich den Tiger "leisten" zu können, hat man bei der Auswahl der Protagonisten etwas gespart. Man hat nur ein bekanntes Gesicht zutage gefördert, welches allerdings auch schon bessere Zeiten hinter sich hat. Gary Busey (Lethal Weapon, Surviving the Game, Predator 2) macht mit seinen 66 Lenzen optisch natürlich nichts mehr her. Seine rohe, leicht cholerische Art weiß aber immer noch zu gefallen. Ähnlich wie die eines Nick Nolte, den ich auch immer gerne sehe. Aus der Vergangenheit wissen wir, das Busey ebenso gut Bösewichte wie auch Goodguys verkörpern kann. Heute darf er letzteres sein.

Sheriff Grady Barnes (Gary Busey) hates überaus einfach. In seinem kleinen Käffchen in den Appalachenist nix los, nur ab und zu zoffen sich die Omis über die Kunst,welche sie an den Mann/Frau bringen wollen. So wundert es nicht nurden Sheriff, das eines Tages eine junge Frau eine Vermisstenanzeigeaufgibt. Ihr Freund ist verschwunden, und das beim allmorgentlichenJogging. Chef und Deputy's machen sich auf den Weg, den Flüchtlingzu finden. Erfolg haben sie nur teilweise, denn der Gute ist nichtmehr ganz. Wunderlich wird’s dann, als der kleine Sohn einerpenetranten Bibeltussi, Roy (Ty Wood, Das Haus der Dämonen,Lazarus-Projekt), auf den Plan tritt und davon berichtet, einen Tigerbei seinen nächtlichen Spaziergängen gesichtet zu haben. Wer'sglaubt wird selig!  

Eigentlich ist der Streifen so dermaßendämlich, das er doch irgendwie Spass macht. Keine Frage, der Tigersieht gut aus, die Leistung von Busey ist wie immer, aber das ganzedrum-herum ist einfach nicht mal B-Movie würdig. Leider! DieProtagonisten sind durch die Bank Klischee. Was fehlt denn nochausser dem heroischen Sheriff, dem obligatorischen kleinen nervigenJungen und Stereotypen Deputys die durchweg als Frischfleisch genutztwerden? Aber klar! - Soldaten! Jene sind mal wieder sowas vonStrunzdoof, das man sich fragt wie zum Kuckuck schaffen es solcheDeppen überhaupt durch den Eignungstest. Das ist an Klischees abernoch nicht alles. Kennen Sie „Jumanji“? Kennen Sie „WeißerJäger, schwarzes Herz“? BINGO! - Der englische Großwildjäger!Optisch eine Wucht. Klein und zierlich, mit gezwirbeltem Bart und nerschönen beigen Uniform. Natürlich muss der Gute geschwollen daherreden, von seinen Erfahrungen mit Tigern erzählen und zu allemÜberfluss noch eine grausige Anekdote aus einer Vergangenheitpreisgeben. Als ob das dem Charakter Tiefgang verleihen würde.Dennoch ist dieser Jäger der „große“ Sympathieträger diesesWerkes.

Der Film hat in Deutschland eineKJ-Freigabe erhalten. Extrem übertrieben, wenn man bedenkt daskürzlich Filme wie „Predator“ oder „Terminator“ vom Indexgewandert und mit einer ungeschnittenen 16-ner Freigabe gesegnetworden sind. Bis auf ein paar Beine und Arme, die der Tiger nichtmehr aufgegessen hat, sieht man eh nix. Wunderte mich, das es nichtgeregnet hat. 

Fazit

Ein hübscher Tiger knuspert sich durchHinterwäldler. Gary Busey darf noch ein paar Dollar auf dieHabenseite der Rente legen und der Tierhorror-Freund hat einenweiteren Beitrag bekommen, den er sich in den Schrank stellen kann.

5/10

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