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Es ist das Jahr 1587. Englische Kolonisten machen sich auf, die Neue Welt zu erobern. Sie landen auf der Insel Roanoke und finden ein Fort vor, das vor Jahren erbaut wurde. Die dort stationierten Soldaten haben es verlassen. Nur einer blieb zurück, tot am Strick baumelnd. Die Kolonisten finden eine Botschaft, die in altnordischer Sprache verfasst wurde und die Siedler vor dem Bösen warnt, das in den Wäldern Roanokes haust. Die Angst geht um, doch die Siedler haben keine Wahl. Sie harren in dem Fort aus. Eine schwangere Frau durchlebt schreckliche Albträume und sieht Kreaturen, die ihr Baby entführen.

Die unglückliche Geschichte der ersten britischen Kolonisten auf amerikanischen Boden verlief bekanntermaßen sowohl sehr unglücklich als auch ebenso mysteriös. Hier kann man dem SciFi Channel und seiner Verfilmung keine Vorwürfe machen, denn die Geschichte ist tatsächlich, zumindest von den bekannten Fakten her, absolut authentisch. Von den anfänglich vorhandenen Soldaten, hin zur zweiten Besiedelung und sogar die Namen der Beteiligten, die Hintergrundgeschichte des Häuptlings Manteos und der eingeritzten Warnung basieren auf authentischen Überlieferungen. Das Schicksal der Siedler ist bis heute nicht geklärt und es ist vermutlich eher unwahrscheinlich, das sie von Geistern geholt wurden, aber zumindest vom Hintergrund wurde hier sorgfältig gearbeitet.
Spielen tut die Plotte im ausgehenden 16. Jahrhundert. Immerhin leistete sich der Sender den Aufbau eines kompletten Forts (zumindest einer Vorderseite, der Rest ist nie im Bild), während man ansonsten preisgünstig durch Wälder und Wiesen streift, die vermutlich mal wieder in Bulgarien ihre reale Heimat haben. Von den Darstellern kennt man eigentlich auch nur den Ex-Highlander Adrian Paul, woran sich wohl auch nicht viel ändert, denn über den Durchschnittslevel kommt hier auch keiner hinaus. Das sind ideale Voraussetzungen für einen Durchschnittstreifen fürs Nachmittagsprogramm.
Als Gegner für die Kolonisten ohne Fluchtmöglichkeiten (aber zumindest genügend Vorräten an Make-up, wenn man die weiblichen Cast Mitglieder so betrachtet) dienen drei Geister aus einer früheren Wikingerexpedition denen man den Zugang zu Walhalla verwehrte und die seitdem wenig gastfreundschaftlich die Insel beherrschen. Verlassen ist nicht, denn sie können nicht über Wasser gehen, was sie mittendrin trotzdem nicht hindert mal eben im Fort Buh zu machen und Gefangene zu meucheln. Diese sehen in ihrer CGI Form sogar gar nicht mal so übel aus, glänzen dafür mehrfach durch unlogisches Verhalten.
Spannende und soapige Momente halten sich da aber leider die Waage. Manchmal wird einfach zu viel gelabert, wobei besonders die Kindsmutter viel Blabla in die Szenerie bringt. Eine schlüssige Erklärung, was am Ende wirklich passiert ist kann der Film natürlich nicht liefern, dafür aber einen ziemlich dämlichen Showdown, als alle das sichere Wasser für eine von vornherein nutzlose Attacke verlassen. Schön auch das der Epilog die erste europäische Geburt vermeldet (wiederum wahre Tatsache), obwohl niemand überlebt hat, um dies zu erzählen und die Ureinwohner es großziehen. Aber wie gesagt bloß nicht zuviel nachdenken.
5/10

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