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Gerade von Horroregisseur Jack Sholder (Nightmare 2, The Hidden) hätte ich doch mehr erwartet, auch unerklärlich warum sich Brian Yuzna als Produzent für diese spanische Billigproduktion hergab. Gerade der Tierhorror ist ein breites Feld, wobei man in Punkto Spinnen verhältnismäßig wenig Filme inszeniert hat. "Tarantula" machte es vor, auch "Arachnophobia" und "Mörderspinnen" sei jedem Tierhorrorfreund ans Herz zu legen, doch "Arachnid" ist noch eine Stufe schlechter als Nu Images "Spider". Drebuchautor Marc Sevi war schon immer in der B oder Trashecke zu finden. Hohle Werke wie "Moving Target, Terminal Rush" und der grottige "Pterodactyl" enstammen seiner Feder. Sholder begann seine Regiekarriere im Jahre 1982 und erlangte mit dem zweiten Teil der "Nightmare on Elmstreet" Reihe den Durchbruch. Es folgten einige gute Filme, doch heute ist auch er nur noch im unter bis durchschnittlichem Bereich zu finden.

Ein Jetpilot ist auf einer Insel mit einem UFO kollidiert und seitdem verschwunden. Eine Expedition unter der Leitung des Marines Valentine (Chris Potter) und des Arztes Samuel Leon (José Sancho) macht sich auf dem Weg, um den Piloten zu finden. Die Pilotin Mercer (Alex Reid) fliegt die Gruppe zur Insel, doch kaum am Ziel angekommen fällt ein Motor aus und Mercer muss mit der Maschine notlanden. Hilfe ist nicht in Sicht, trotzdem macht man sich auf in den Dschungel, um mit der Suche zu beginnen. Leider ist auch das UFO auf der Insel gelandet und der ausserirdische Pilot hat sich in eine Riesenspinne verwandelt. Auch andere mutierte Kreaturen machen der kleinen Gruppe das Leben zur Hölle.

Schon der Anfang bietet absolut miesen CGI, da wundert es einem doch, dass die Animationen immerhin passabel ausgefallen sind. Übergroße Zecken, Taussendfüssler, oder schlangenartige Wesen, welche ein säureartiges Zeug spucken. Man sieht die Viecher immer nur kurz im Bild, bis auf die billige Riesenspinne, die nicht mal jemand Angst macht, welcher unter Arachnophobie leidet. Das Ding hat einen viel zu kleinen Körper, welcher auf viel zu langen, schon fast stelzigen, Beinen steht. Die Spinne kann nicht nur Menschen einspinnen, sondern sie hat auch einen Stachel (erinnert an den Brainbug) mit dem sie ihr Opfer erdolchen kann. Gerade beim Finale in der Höhle sieht man jedoch, wie schlecht dieses Vieh getrickst wurde. Ein paar kleine Goreeinlagen gibt es dann zu sehen, zum Beispiel wenn die Zecken unter der Haut hervorplatzen, oder die Spinne sich ihre Opfer holt. Große Teile des Geschehens spielen sich auch nur im Off ab, große Brutalitäten sollte man nicht erwarten.

Die Kulisse ist mehr schlecht als recht, denn in diesem Dschungel ist es viel zu hell, natürlich gibt es hübsche Wanderpfade und Brücken über jeden Fluss. "Arachnid" hat man in irgendeinem Wildpark gedreht und so sieht das Ganze auch aus. Den Score hat man nach dem Film wieder vergessen. Die Darsteller können den Durchschnitt halten, Chris Potter aus der Serie "Kung Fu" dürfte Einigen ein Begriff sein. Alex Reid als Pilotin Mercer schlägt sich auch recht wacker und José Sancho scheint in Spanien richtig berühmt zu sein. Ravil Isyanov nimmt man den hibbeligen Insektenforscher auch locker ab. Die Charaktere triefen nur so vor Klischees. Man streitet sich andauernd, trennt sich in jeder Situation und schießt auf alles was sich bewegt, obwohl man kaum Munition hat. So kreucht man durch den (unechten) Dschungel, wird von mutierten Viechern attackiert und in der zweiten Filmhälfte hat die Riesenspinne ihre Auftritte. Richtig langweilig wird es nie, der Trashfan kann sich amüsieren, aber ein Horrofilm sollte zumindest einen Funken Spannung besitzen und hier geht der Zuschauer leer aus.

Ich warte immer noch auf einen guten Tierhorrorfilm mit Riesenspinnen. Hier wird man halbwegs unterhalten, aber im Gegenzug auch mit miesen CGI Effekten und Animationen genervt. Kann man sich sparen.

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