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Jack Sparrows Restmannschaft macht sich auf den Weg ans Ende der Welt, um den Captain aus dem Reich von Davy Jones zu befreien. Das, oh Wunder, gelingt auch, und wiedervereint geht´s nun gemeinsam mit dem ebenfalls von den Toten auferstandenen Kapitän Barbossa gegen Davy Jones und den bösen Lord Beckett von der East India Trading Company … 

Donnerschlach!

Wann hatten wir es schon mal, dass in der Eröffnungssequenz eines Disney-Films ein kleines Kind erhängt wird?
Aber nicht dass das für den Fortlauf des Films von großer Bedeutung wäre, ich wollt´s nur mal erwähnt haben, denn viel mehr außergewöhnliches hat FDK 3 nicht wirklich zu bieten. 

Gewiss, es gibt lustige Momente und geradezu surreal wird´s im Jenseits des Jack Sparrow, wo aus Steinen Schiffe tragende Krebse werden.
Keira Knightley sieht wie immer rattenscharf aus, Orlando Bloom kann wie immer nicht schauspielern, und mit Chow Yun Fats Auftritt als Piratenfürst Sao Feng hat sich neben Geoffrey Rush wieder ein klasse Schauspieler für einen solchen Mumpitz hergegeben. 

Damit Sie mich nicht falsch verstehen, und wie heißt´s auch immer so schön: Wer die ersten beiden Teile mochte, der wird diesen Teil liiiiiiiiiiiieben!!!!!
Mag sein, man liebt halt das, was man kennt, und man liebt vor allem (den zum dritten Mal grausam synchronisierten) Johnny Depp. 

Gerade sein Zusammenspiel mit G. Rush, sein herrlich tuntiges Gehabe und die bereits erwähnte Sequenz im Reich der Toten heben FDK 3 etwas über den Durchschnitt. 

Was die Action angeht dreht Regisseur Verbinski noch mal ordentlich auf, so gibt es eine beeindruckende Verfolgungsjagd zwischen Sparrows Crew und einem Stamm von Menschenfressern und am Ende eine bombastische Seeschlacht. 

Wäre Verbinski nun Spielberg oder Cameron, so hätte er das alles flüssig und Schlag auf Schlag erzählt, und damit locker eine halbe Stunde Spielzeit eingespart.Stattdessen gibt´s Dialoge, über die man beim besten Willen erst gar nicht nachdenken möchte und in denen die verschiedenen Protagonisten fortwährend dem doch manchmal überforderten Publikum zu erklären versuchen, was sie denn nun eigentlich vorhaben, wer sich gerade verbotenerweis´ auf welchem Schiff befindet und wo die verflixten 9 „Achwatweissich“-Münzen abgeblieben sind. 

FDK 3 ist holperig  inszeniert und „overwritten“ wie die Amerikaner sagen, sodass sich während der 150 Minuten durchaus Ermüdungsphasen einstellen.  

Der Erfolg gibt dem Regisseur und dem Disney-Team aber recht. Das ist es wohl, das hölzerne Gesicht des modernen Blockbuster-Kinos.
Die Türen für Teil 4 stehen natürlich sperrangelweit offen.  

Vielleicht schmiedet man bei Buena Vista aber auch schon neue Pläne.  

„It´s A Small World“ – The Movie rückt immer mehr in den Bereich des Möglichen …

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