Review

So nun ist es endlich soweit. Die Trilogie rund um die Geschichte von Captain Jack Sparrow, Will Turner, Elizabeth Swan, den Piraten und des British Commonwealth ist zu Ende erzählt und auf eine merkwürdige Art und Weise bin ich einerseits froh, andererseits wird mir vor allem Jack sehr fehlen. Im 3. und letzten Teil machen sich die Freibeuter auf an das Ende der Welt, um dort Captain Jack Sparrow aus den endlosen Weiten von Davy Jones Reich zu befreien. Dieser hat sich in seiner neuen Heimat schon fast "eingelebt", verfällt in einen schizophrenen Zustand, in dem er sich mit all seinen Persönlichkeiten auf der Black Pearl zurechtfinden muss. Während die English Trading Company mit Davy Jones einen sehr mächtigen Verbündeten an ihrer Seite hat, müssen die Piraten der Welt zusammen kommen um das letzte Gefecht für Freiheit und die Piraterie zu schlagen. Doch wie bei allen Fraktionen, die aus mehreren Gruppen besteht, fällt dieses Unterfangen sehr schwer.

Der Hauptgrund sich Fluch der Karibik: Am Ende der Welt anzuschauen ist wieder einmal Johnny Depp in einer seiner markantesten Rollen. Als Captain Jack Sparrow spielt er wie auch in Teil 1 und 2 eine perfekte Rolle und "ist" der Film. Ob es nun seine lustige Art ist, sich zu bewegen, oder seine Diskussionen, in denen er immer das letzte Wort haben muss oder einfach nur sein Dasein unter den anderen Piraten, aus denen er extrem heraussticht, alles was er macht kann vom Zuschauer gefeiert werden. Hier zeigt sich wieder einmal, dass Johnny Depp zu den besten Schauspielern gehört, die sich im großen Hollywood tummeln, und das seine Stärken definitif auf den etwas durchgedrehteren Charakteren liegt. Leider können seine Kollegen gegen dieses Glanzstück seiner schauspielerischen Leistung nicht im Ansatz mithalten. Während mit Chow-Yun Fat, einer meiner Lieblingsschauspieler, ein weiterer großer Name im Cast von Fluch der Karibik aufzufinden ist, so beschränkt sich die Qualität hauptsächlich auf 3 Schauspieler. Zum einen wie gesagt Johnny Depp, zum anderen auf die anderen beiden großen Kapitäne der Piraterie. Da wäre der schon aus Teil 1 sehr bekannte Geoffrey Rush, welcher Captain Barbossa mimt und sich in Sachen Verrücktheit sogar mit Jack Sparrow messen kann. Die kleinen Streitigkeiten zwischen beiden Charakteren ist einfach eines der großen Highlights des Films. Als Dritter wäre dann noch Bill Nighy, als Captain Davy Jones, der zwar "fast" ausschließlich in seinem CGI Kostüm umherwandert, aber selbst durch diese Maske einen wahrlich ehrfürchtigen Auftritt hinlegt. Die großen 3 machen Fluch der Karibik zu einem guten Charakterfilm, auch wenn für einen richtig guten sich die "Schauspielergrößen" Orlando Bloom, Keira Knightley hätten sehr viel mehr anstrengen müssen. Diese glänzen leider nur durch mittelmäßige Szenen, wie zum Beispiel einer sowas von undramatischen und schlechten Ansprache um die vor Angst zitternden Piraten wieder zu motivieren. Da wollte wohl jemand Braveheart kopieren und ist dabei gänzlich gescheitert.

Die 300 Millionen Dollar sieht man dem Film auf technische weise allerdings wirklich an. Die Computereffekte sind einfach nur grandios. Ob es nun die Crew von Davy Jones ist, oder die Seeschlachten, alles wirkt bombastisch. Vorallem bei der engültigen Schlacht zwischen "Gut und Böse" zeigt Fluch der Karibik 3 alle Register. Hier werden Holzsplitter durch Kanonen umhergewirbelt und Charaktere morphen durch Wände hindurch, ja auf technischem Niveau ist Fluch der Karibik wohl eine der stärksten Filme der letzten Jahre. Leider kann die Geschichte da kaum mithalten. Zwar sind Potential um eine verstrickte Story klar zu erkennen, aber dessen Pulver wird schon ziemlich früh verschossen. Während man an manchen Punkten kurz nachdenken muss, wer nun mit wem und warum verhandelt und paktiert, muss man sich über den Großteil des Filmes mit festgelegten Bündnissen vergnügen. Hier kommt eine große Schwachstelle von Fluch der Karibik 3 ins Spiel. Der Film kann keine 170 Minuten Fesseln, was vorallem an dem doch stark voraussehbaren Ende liegt. Man sieht nach den Spirenzchen bezüglich der Bündnisse doch sehr schnell, wie sich das Ende verhalten wird. Hier kann Teil 3 mit keinem der beiden Vorgänger mithalten, vorallem mit dem doch sehr überraschenden 2. Teil. Aber man kann auch nicht alles bekommen, was man sich wünscht, immerhin ist es eine Disneygeschichte, die auch für die jüngeren Zuschauer geeignet sein soll. Ich würde allerdings sehr gerne einmal eine erwachsenere Version des Filmes sehen.

Ein würdiger Abschluss der Trilogie ist Am Ende der Welt im großen und ganzen schon geworden. Ein hervorragender Johnny Depp, bessere Technik und ein famoser Endkampf sorgen für eine wohlige Stimmung nach dem Film. Leider zieht die Story und das sehr kitschige Ende die Qualität des Filmes bezüglich der anderen 2 Teile stark nach unten. So ist Fluch der Karibik 3 immer noch ein guter Film, kann aber mit der Qualität der Vorgänger nicht mithalten. Somit bin auch auf eine Art und Weise froh, dass es nun ein Ende hat, denn einen weiteren Film hätten die Zuschauer nicht verdient, da die Qualität weiter fallen würde.



FAZIT: 7/10

Details
Ähnliche Filme