Da ist er also endlich. Fast ewig mussten die Fans auf den Back to Back mit Teil 2 gedrehten Film „Pirates of the Caribbean: At World's End“ warten. Und dass, obwohl Teil 2 mit einem äußerst fiesen Cliffhanger aufgehört hatte.
Die Piratenwelt ist ohne Captain Jack Sparrow nicht die Selbe. Dieser ist ja bekanntlich im vorherigen Abenteuer von einem riesigen Kraken gemampft worden. Aber das ist nicht der einzige Grund weshalb Will Turner, Elizabeth Swann und Captain Barbossa plus Crew bis ans Ende der Welt segeln, um Jack wieder ins Leben zurückholen So ziemlich jeder verfolgt nämlich seine eigenen Interessen.
Derweil schifft Davy Jones gezwungenermaßen unter der Flagge der East India Trading Company. Diese hat sich zum Ziel gemacht, die Meere von Piraten zu säubern. Klar, dass dies nicht im Sinne selbiger ist. Daher ruft man alle Piratenfürsten zusammen, um über die Situation zu beraten. Doch die feindliche Flotte ist schon längst auf dem Weg.
Der Film macht definitiv Spaß. Trotzdem muss man sagen, dass es der schlechteste Teil der Trilogie ist. Das hat mehrere Gründe:
Zum einen ist der Film zu lang geworden. Dadurch rasseln dann auch einige Handlungsstränge wie z.B. der mit Calypso eher den Strudel runter, als dass sie wirklich dem Weiterkommen der Handlung dienen.
Außerdem fehlt dem Film ein richtiger Knaller. In Teil 1 gab es die Geisterpiraten, im zweiten Teil schickte man eine gelungene Variation mit Davy Jones plus Monsterkraken ins Rennen und nun im finalen Teil passiert nicht mehr viel. Alles ist schon irgendwie bekannt und wird „nur“ weitergesponnen ohne wirklich Neues zu bieten. Keine neuen fiesen Monster oder Bösewichter und auch haarsträubende Aktionen sind eher Mangelware. Zudem hat Davy leider auch viel von seiner unheimlichen Aura eingebüßt.
Eine Steigerung der vorherigen Teile wird hier nicht mehr erreicht. Im Gegenteil, von allem was die Vorgänger so gut machte, ist hier weniger vorhanden, trotzdem ist der Film aber länger. Gegen Ende wird dann leider auch die Logik immer mehr über Bord geworfen und spätesten bei der Hochzeit während des großen Kampfes fragt man sich, ob das denn jetzt sein musste.
Der Showdown kann auch eher als Enttäuschung angesehen werden. Zwar wird mit den Piratenfüsten und einer riesigen Flotte der East India Trading Company ziemlich auf dicke Hose gemacht, aber letztendlich schippern auch nur die Black
Pearl und die Flying Dutchman durch einen Strudel. Die Piratenfürsten haben da nix zu melden.
Aber genug gemeckert. Der Film hat auch seine guten Seiten. Es kann wieder viel gelacht werden. Es gibt wirklich viele gute Gags, von denen die meisten wieder eher in Richtung Slapstick und Situationskomik gehen. So dürfen wir in Jacks schizophrene Innere schauen oder den Machtkampf zwischen Barbossa und Sparrow beobachten. Auch der Affe und Papagei geben wieder alles und sorgen für einige Schmunzler. In dieser Hinsicht erfüllt der Film alle Erwartungen.
Sehr schön ist auch die kleine Hommage an Ennio Morricone und die Western geworden, in der sich die Parteien zum wörtlichen Schlagabtausch auf einer Sandbank treffen. Die Score ist sowieso ziemlich gut und verabreicht den Szenen den nötigen Pepp.
Natürlich ist auch wieder die komplette Cast der Vorgänger dabei, weshalb man sich sofort heimisch fühlt. Depp, Bloom, Knightley, Rush und alle anderen sind wieder mit an Bord. Allerdings muss ich anmerken, dass Bloom und Knightley schon motivierter gespielt haben. Als kleiner Cameo wurde noch Keith Richards in den Film eingebaut. Insgesamt ist seine Rolle als Jacks Vater aber leider eher unbedeutend.
Zu guter Letzt seien noch die Effekte erwähnt, die wieder einmal phänomenal geworden sind. Hier werden beinahe perfekte Illusionen gezaubert, dass einem die Spucke wegbleibt.
Fazit: „Pirates of the Caribbean: At World's End“ ist ein netter Popcorn Film geworden, der die Erwartungen nicht ganz erfüllen kann. Dazu fehlt dem Film einfach das gewisse Etwas. Vor allem aber die Überlänge macht dem Film zu schaffen, und dass die Action im Vergleich relativ kurz kommt. Dennoch sollte man sich den Film im Kino nicht entgehen lassen.