Jackie Chan's erster großer Einsatz in Amerika, zusammen mit Chris Tucker.
Story:
Inspector Lee (Jackie Chan) gelingt es, den Waffendealerring von Jintao, einem Boss der Unterwelt zu zerschlagen und Kunstgegenstände sicherzustellen. Sein Freund Konsul Han tritt daraufhin ein Amt in Amerika an, doch schon am ersten Tag wird seine Tochter entführt. Das FBI wird auf den Fall angesetzt, doch Han besteht darauf, dass sich Lee in die Ermittlungen einschaltet. Da Lee laut Meinung des FBI nur stören würde, kommt der etwas trottelige Detective James Carter (Chris Tucker) vom LAPD ins Spiel, der Lee von den Ermittlungen fernhalten soll. Das gelingt ihm jedoch nur mehr schlecht als recht, da die beiden auch nicht wirklich gut miteinander klar kommen. Erst als klar wird, dass das Leben von Su Yiang auf dem Spiel steht und Jintao hinter der Entführung steht, raufen sie sich zusammen und knacken den Fall auf ihre Weise...
"Rush Hour" bedeutete für Jackie Chan den Durchbruch in Amerika. Zwar hat er es auch in den 80ern schon mal versucht, so richtig klappen wollte es aber nicht. Mit Chris Tucker bekam er einen Partner zur Seite, der sich perfekt mit seinen Kung Fu-Künsten ergänzt und allerlei flotte Sprüche auf Lager hat. Zwar treffen nicht alle Gags ins Schwarze, der Großteil ist aber schon amüsant. Tucker erfüllt damit seinen Part des Buddymovies mehr als ordentlich. Bleibt noch Chan, der zwar nicht unbedingt mit Witzen, dafür aber mit einigen abgefahrenen und wie immer sehr gut ausgeführten Stunts punkten kann.
Natürlich sieht man dem Film in dieser Hinsicht sofort an, dass er ein Hollywoodprodukt ist, denn so aufdrehen wie in seinen HK-Filmen darf Chan hier bei weitem nicht. Schaut man sich im direkten Vergleich beispielsweise mal "Nobody" an, wird sofort klar, dass Chan bei "Rush Hour" deutliche Kompromisse eingehen musste. Das soll aber nicht heißen, dass das Gebotene schlecht wäre. Solche Stunts würde sehr wahrscheinlich kein Hollywood-Darsteller selbst ausführen, von daher kann man wie immer nur den Hut vor Jackie ziehen. Dass es bei vielen Stunts mehrere Versuche gebraucht hat, sieht man wieder in den Outtakes am Ende des Films.
Einziger wirklicher Kritikpunkt des Films ist mal wieder die leider schon übliche Inszenierung auf handzahme PG13-Action, die (fast) gänzlich ohne Blut auskommt. Schade, dass man sich da mal wieder nicht mehr getraut hat. In diesem Punkt und vielleicht auch im Bezug auf mangelnde Innovationen bleibt der Film hinter "Lethal Weapon" zurück. Wenigstens wurde die Action weitestgehend CGI-frei gedreht, ein Aspekt, bei dem man bei Jackie Chan sicher sein kann. Nicht so gelungen finde ich persönlich den Soundtrack, der für einen Actionfilm viel zu kommerziell ausgefallen ist. Ein paar harte Rockklänge hätten dem Treiben mit Sicherheit gut getan.
Fazit: Jackie Chan beweist, dass er auch in Amerika erfolgreich sein kann, wenn auch nicht ganz so abgedreht wie in Hongkong. Ein unterhaltsames, erfreulich kurzweiliges Buddymovie ohne nennenswerte Längen.
8 von 10 Punkten