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Brett Ratner stieg mit dem Buddymovie "Money Talks" als Regisseur ins Filmgeschäft ein. Das selbe sollte nochmal funktionieren, nur auf Kinoebene. Von Produzent Roger Birnbaum wurden ihm 35 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, eigentlich ein Trinkgeld, wenn man bedenkt was Teil drei kostete. Doch je geringer das Budget, desto mehr hängt sich ein Regisseur rein und somit wurde "Rush Hour" einer der erfolgreichsten Filme im Jahre 1998. Knapp fünfmal wurde das Budget wieder eingespielt, zusätzlich verhalf er Jackie Chan in Hollywood Fuss zu fassen. Das Buddymovie ist mehr oder minder ausgestorben. Das Maß aller Dinge, natürlich meine ich "Lethal Weapon", konnte eh nicht mehr erreicht werden. Doch "Rush Hour" entpuppt sich schnell als hochwertiger Vertreter dieses Genres. Wie üblich haben wir mit James Carter (Chris Tucker) das Plappermaul und mit Lee (Jackie Chan) den ruhigen Typen. Zuerst erscheinen sie dem Zuschauer grundverschieden, doch man hat einige Gemeinsamkeiten. Nach zahlreichen Differenzen funktioniert die Zusammenarbeit immer besser und am Ende kann man nicht mehr ohne einander leben. Dieses Schema befolgt auch "Rush Hour" genau. Aber die Dialoge haben dennoch Pepp, ein wenig stört jedoch das overacting von Chris Tucker. Der redet sich nämlich den Mund fusselig, während Jackie Chan es auf die ruhige Tour versucht und dadurch wesentlich charismatischer auftritt. Aber die Chemie zwischen den Beiden ist stimmig, ein sehr wichtiges Element eines funktionieren Buddyfilms.

Da fällt es einem auch wesentlich leichter über die gängige Story hinweg zu sehen. Es gilt nämlich die entführte Tochter des Konsuls Han (Tzi Ma) aus den Klauen einer chinesischen Gangsterorganisation zu befreien. Dessen Anführer nennt sich Juntao und wurde noch nie gesehen. Leider überrascht die Auflösung wenig, zusätzlich wird er viel zu früh entlarvt. Aber Ratner macht Tempo und punktet neben vielen humorvollen Einlagen mit einigen Actionszenen. Besonders Jackie Chan darf ordentlich austeilen. Es fliegen die Fäuste, viele Gegenstände werden zweckentfremdet, die Choreographien gefallen gut. Meist ist die Action aber von kurzer Dauer, nur das Finale ist recht lang geworden. Neben zahlreicher Keilereien liefert man sich noch einige Schusswechsel, dabei darf einiges zu Bruch gehen. Die Qualität der Action ist wirklich hochwertig, natürlich artet sie aufgrund der niedrigen Freigabe nie aus. Bei der Kulisse muss man kleine Abstriche machen. Ratner holt aus der Stadtkulisse wirklich alles raus, dennoch schleichen sich irgendwann karge Bilder ein. Dafür ist der Score von Lalo Schifrin ein absoluter Ohrwurm. Tolle Sounds, die man auch in den beiden Sequels recycelte. Auch kann man bei der Besetzung wirklich nicht klagen. Mit Chris Penn (Reservoir Dogs, Mobsters), Tzi Ma (Red Corner, 24) und Tom Wilkinson (Valkyrie, Batman Begins) hat man eine gute Rige verpflichtet.

Humorvolle und temporeiche Actionkomödie mit gutem Team. Unterhält prächtig, macht unheimlich Laune, ist aber sehr simpel gestrickt. 7,5 Punkte von mir.

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