Review

Inhalt:

China, vor dem 2. Weltkrieg. Der junge Jackie (Shing Lung aka "Jackie Chen") ist in seinem Heimat-Ort ständig in Prügeleien verwickelt. Eine Bande von Schlägern unter der Führung des skrupellosen Mister Yang (Fong Yau) und dessen ´rechter Hand´(San Kuai) terrorisiert die Stadt, Jackie kommt gegen sie nicht an und bezieht Schläge.

Bei einer weiteren Auseinandersetzung verliert Jackie das Bewusstsein, wird aber gerettet, und erwacht in einer Kampf-Schule. Diese steht unter der Leitung eines gutmütig-besonnenen Meisters (Luechai Natnat) und dessen äußerst attraktiver Tochter. Jackie wird zum Schüler dieses Gyms, und kann sein KungFu verbessern. Ein etwas bärbeißiger Ausbilder, aber vor allem ein weiterer Übungsleiter (Bruce Tai) der von seiner Wesensart her zugänglicher ist, können Jackie ein paar Skills beibringen.

Doch in einem weiteren Kampf zu dem es in der Stadt kommt, reicht das Können Jackies bei weitem nicht aus. Nur mit Hilfe eines jungen Mannes (John Cheung aka John Chang Wu-Lang), der ein exzellenterer KungFu-Fighter ist, kann den Gangstern Paroli geboten werden. Es kommt dann später zu einem weiteren harten Kampf der beiden gegen die Schläger-Bande, deren oberster Boss (Bolo Yeung) ebenso auftaucht.

Bevor Jackie womöglich getötet wird, wird er von einem zufällig anwesenden, trunkenen Bettler und dessem minderjährigen Schüler gerettet. Sie entweichen aufs Land, zu einem verlassenen Gehöft. Der Bettler erweist sich als ein wahrer Meister des KungFu, und für Jackie folgt nun ein umfassendes, eisenhartes Training..., im tödlichen Mungo-Stil, dies ist die Technik dieses "Drunken Masters"!

Die Gangster wollen indes die KungFu-Schule zerschlagen, der Leiter sowie dessen Tochter werden gefangen genommen.

Jackie bietet sich diesen Verbrechern, bei denen sich Mister Yang als der Mörder von Jackies Vater erweist, zum Austausch für die 2 Gefangenen an. Dabei eskalliert jedoch die Situation...!

Es kommt zum Show-Down gegen alle Gangster, zum blutigen, gnadenlosen Kampf auf Leben oder Tod, in welchen auch der "Drunken Master" eingreift...!

Kritik:

Fußball-Kommentatorenlegende Ernst Huberty sagte einst, 1970, als Gerd Müller im Halbfinale der Weltmeisterschaft -BRDeutschland vs. Italien- in der Verlängerung den Ball zum 2:1 über die Torlinie spitzelte:

"Wenn Sie jemals ein "typisches Gerd Müller-Tor" gesehen haben, dann jetzt!"

Und ich sage:

"Wenn Sie jemals ein "typische(rere)n Jackieploitation-Film" gesehen haben, dann diesen!"

Und hier ist wirklich fast alles zusammengeklaut was man zusammenklauen kann, wenn man aus den Erfolgs-Filmen Jackie Chans von 1978/79 einen Ableger sondergleichen, einen totalen Jackieploitation-Eastern zusammenzuzimmern gedachte. Im Jahre 1980 -laut hkmdb.com schon 1979- drehte Regisseur Peter Lo diesen sehr kostengünstig wirkenden KungFu-Actioner für die Studios von "IFD-Films" in Thailand, ganz bewusst angelehnt und orientiert an Jackie Chan und dessen Filmen "Fearless Hyena" und "Drunken Master" (siehe meine Reviews auf dieser Webseite), aus denen hemmungslos-dreist abgekupfert wurde.

So entstand ein Eastern, den man nun wahrhaft einen "Jackieploitation"-Film nennen kann. So wie eben der Ruhm von Bruce Lee per "Bruceploitation" nach seinem Tod mit wohl über 100 Filmen dieser Art nachvermarktet wurde, war auch Jackie Chan ein "Opfer" dessen. Dieser Film hier, der typischste "Jackieploitationer" den ich nunmehr kenne, firmierte gar als -wohl inoffizieller- "3. Teil" von "Fearless Hyena" ("Zwei Schlitzohren in der Knochenmühle") nach eben jenem und "Fearless Hyena 2" ("Superfighter 2"), und erhielt den aka-Titel "Fearless Hyena 3". Boah, mehr Vereinnahmung geht eigentlich nicht.

In kostengünstiger Aufmachung entstand aber ein durchaus passabel unterhaltender, flotter KungFu-Actioner, mit den sehr offenkundig bewusst gewählten Stilmitteln der JC-Erfolgsfilme jener Jahre. Die sehr einfache Storyline wird flüssig abgehandelt, routiniert und schnörkellos, so werden die Erfolgs-Stereotypen hier verwurstet. Für einen Easternfan ist das aber an sich interessant -mir gings jedenfalls bei der Betrachtung so-, wie hier dreist abkupfernd ein Ableger der Chan-Erfolge gestaltet, ja Nachmache-total hier fast schon zelebriert wird.

Da gibt es jede Menge Reminiszenzen, jede Menge "deja vu": Der "Drunken Master" taucht auf, der erst geprügelte junge Held der zur Kampfmaschine wird, die Kampfschule die es nicht schafft den Helden zu einem solchen zu machen, das einsame Land-Gehöft für die innovative Ausbildung der Hauptfigur, damit die Bösen "Saures" kriegen.

Den Vogel schießt indes eben jene Hauptfigur, der Held des Streifens, hier ab. Der Darsteller Shing Lung, der sich -oder die Produzenten- "Jackie Chen" (nicht zu verwechseln mit dem Schauspieler Jacky Chen Shao-Lung, der in "The Boxer from Kwongtung" agierte -hier auf dieser Webseite leider fälschlich Shing Lung "Jackie Chen" zugeordnet-) nannte, laut hkmdb.com seine einzige, seine EINZIGE, Filmrolle! Nur dieser eine Film also? Dieselbe Frisur, dieselben Gesichtszüge, das selbe Outfit -weißes Leibchen, schwarze Hose-, alles wie bei dem ´echten´ Jackie Chan, eine "Kopie" aus dem Bilderbuch für Kopien, ein Clone des Clowns Jackie Chan, heidewitzka!

Aber er macht das gut, agil und sich voll reinhängend, markiert "Jackie Chen" DEN Jackie Chan, prügelt sich "Jackie 2" durch diesen einfach strukturierten, reinen Unterhaltungsfilm.

Man sollte meinen, für dieses absolute Rip-off, hätten sich keine namhaften Eastern-Darsteller hergegeben. Doch weit gefehlt: Mit San Kuai, Fong Yau, John Cheung (aka John Chang Wu-Lang) und gar Genre-Ikone Bolo Yeung, sind hier bekannte Eastern-Darsteller mitwirkend. Fong Yau als bitterböser Villain führt er eine Schlägerbande zu der auch San Kuai gehört, an. John Cheung hat ein paar Fights und zeigt seine feine Technik. Bolo Yeung ist für einen Fight gegen Cheung auftauchend, dann abtauchend, doch im Endfight wieder zugegen. Das würzte alles etwas, wenngleich lediglich solide performt wurde.

Der Rest des Ensembles ist denn weitestgehend unbekannt: Bruce Tai und Luechai Natnat, Namen die mir nichts sagten. Die weiblichen Darsteller, obgleich sehr hübsch, sind mir namentlich leider überhaupt nicht geläufig. Sie alle agierten aber im Wesentlichen überzeugend. Gedreht wurde, wohl aus Kostengründen, in Thailand. Viel Exotik hat der Film aber nicht zu bieten, obgleich ein paar tempelartige Kulissen gefielen.

Wichtigstes, die KungFu-Action..., neben all den deja-vu-Effekten ala Jackie, dem ´Echten´, eben Chan und nicht Chen. Das Training auf den Wiesen neben einem verfallenen Gehöft, war hier das Auffälligste diesbezüglich, neben dem JC-Verschnitt "Jackie Chen". Der "Drunken Master" hier -wieder ein unbekannter Darsteller- sieht jenem aus den Chan-Filmen allerdings nicht ansatzweise so ähnlich wie Chen Chan hier ähnlich sah. Aber er schleift den Helden dafür wie eben jener, Simon Yuen bleibt da allerdings eh unerreicht.

Die Fights, anfangs nicht so gutklassig, doch steigert sich das. Rasante, dynamische KungFu-Fightaction, klassische Techniken, der Drive stimmt und die Kämpfe machten Laune. Zum Schluss läuft sich alles zu einem gar dramatischen, blutigen Endfight zurecht, leider dann etwas in den letzten Sequenzen zu ratzfatz -allerdings ist die mir vorliegende Fassung da wohl cut-.

"Fearless Master", mies auf imdb.com bewertet, ist gar nicht mal soo schlecht und für eingefleischte Eastern-Fans eigentlich ganz interessant. Sehr knappe, sicher wohlwollende 6 von 10 Punkten, kann sich dieser Jackieploitationer -wie er typischer dafür nicht sein kann- in meiner Bewertung noch erfighten.

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