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  Paul Kersey (Charles Bronson) ist ein Nutznießer des berühmten amerikanischen Zeugenschutzprogramms geworden und heißt jetzt offiziell Prof. Steward. Er lebt, unter falscher Identität, mit der bekanten Modedesignerin Olivia Regent zusammen. Olivia ist die Exgattin des bitterbösen großkriminellen Tommy O'Shea (Michael Parks), der sich nicht nur immer mehr in ihr Geschäft drängt, sondern auch das Sorgerecht für Olivias Tochter Chelsea will. Die Situation  eskaliert, als Olivia von O'Sheas kranker Gefolgschaft übel misshandelt und entstellt wird. Da die Polizei wieder mal machtlos ist, nimmt Kersey die Selbstjustiz-Rolle fast gewohnheitsmäßig an.

Kenner der Reihe wissen auch schon wie es weitergeht. Es ist immer dasselbe: Die Frau an Kerseys Seite hat keine hohe Lebenserwartung und auch die Tochter (es ist immer eine Tochter) hat, gelinde gesagt, eher schlechte Karten. Wieder ist Kersey ebenso gerissen wie kaltblütig.

Charles Bronson ist in diesem fünften und letzten Teil von „Death Wish"  alt geworden. Aber natürlich ist Bronson immer noch Bronson und jung war er eigentlich nie. Er bringt das alles immer noch gut rüber, aber es wiederholt sich alles zum X-ten mal und so ist dann vielleicht nicht nur der alternde Charles Bronson „so verry tired", wie es bei einer Parodie in            „Die Simpsons" mal hieß, sondern auch der wackere Bronson-Fan, der auch 1994 immer noch dabei ist, wirkt langsam müde und er mag sich denken: „Sag der Frau, sie soll sich jemand anders suchen, sie stirbt sowieso".

Einen schlechten Film habe ich aber trotzdem nicht gesehen. Allan A. Goldstein hat hier ansatzlos den Achtziger-Jahre-Action-Film in die Neunziger projiziert.   

Gut gefallen hat mir neben Charles Bronson vor allem Michael Parks, der auch den zynischen Cop Earl Mc.Graw in „Kill Bill 1" und „From Dusk Till Dawn" gespielt hat, in der Rolle des üblen Gangsterbosses Tommy O'Shea.

Für Bronson- und „Death Wish"  Fans ist dieser fünfte Teil natürlich Pflichtprogramm. Der einzig anzuführende Schwachpunkt sind die sich ständig wiederholenden Handlungsmuster.

Charles Bronson war hier schon über siebzig Jahre alt - wahrlich ein ungewöhnliches Alter für einen Action-Darsteller. Charles Bronson ist leider 2003 verstorben und es wird ganz sicher keine neuen Teile der Reihe geben. Trotz der erwähnten Schwächen sehen wir hier einen echten Bronson - einen echten „Death Wish" und mir scheint dieser fünfte Teil etwas unterbewertet.

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