Als Zora nach Brooklyn zieht, hat sie große Träume. Sie ist eine talentierte Sängerin und hat nun die Hoffnung, in ihrer neuen Heimat endlich den Durchbruch als Popstar zu schaffen. Zunächst entwickelt sich auch alles zu ihrer vollen Zufriedenheit. Nicht nur, dass sie bereits kurze Zeit nach ihrer Ankunft einen Produzenten findet, der an ihr Talent glaubt und sie auf ihrem Weg in den siebten Popstarhimmel unterstützt, auch die Liebe fürs Leben könnte ihr gleich am ersten Tag in Brooklyn begegnet sein. Der Handwerker Franklin ist gutaussehend und sehr charmant. Schon bald entwickeln die beiden tatsächlich Gefühle zueinander und führen eine Beziehung.
Praktisch jeder Action Star hat ja bereits ein- oder mehrfach versucht aus seinem gängigen Rollenklischee auszubrechen. Meist sind dabei aber eher Komödien herausgekommen, während es Wesley Snipes hier mit einem doch recht tiefen Bad im Schmalztopf versucht. Produziert hat er diesen Film für einen Fernsehsender sogar selbst und dann dauert das Ganze auch noch knapp zwei Stunden, harter Tobak für die Fans von Blade und Konsorten. Zum Glück vermied man aber den ganz derben Kitschhammer, sondern verfilmte einen Roman, der das alltägliche Beziehungsgeflecht auf einer möglichst realitätsnahen Basis schilderte.
Wir haben da also den Gelegenheitsjobber Franklin und die immer finanziell klamme Musikerin und Lehrerin Zora, deren Leben wir vom ersten Kennenlernen bei Zoras Umzug über Monate weg begleiten. Nach zwanzig Minuten geht's dann in die Kiste, mit dem zu erwartenden Ergebnis der Schwangerschaft und anschließenden 90 Minuten ups and downs einer Beziehung. Man streitet sich über Geld, die Musikkarriere, Franklins alkoholbedingter Verlust des Jobs etc. und versöhnt sich anschließend wieder, was auf die Dauer doch eher ermüdend wirkt, da sich die Handlung da mehrmals im Grunde doch nur wiederholt.
Immerhin sind die zentralen Positionen gut besetzt, auch wenn ich Snipes dann doch lieber mit einer MG statt einem Bauarbeiterhelm sehe. So sehr ich den Film aber eigentlich schon in die Kitschmülltonne schmeißen wollte, ganz uninteressant ist er dennoch nicht. Es ist eben nicht die übliche RomCom mit den üblichen Wendungen bis zum Happy End, sondern eine bodenständige Geschichte die wirklich der Realität entsprungen sein könnte. Für Drama Fans ist die Liebe in Brooklyn bestimmt nicht uninteressant.
5/10