Review

Der 8 Blickwinkel Trailer machte Lust auf mehr und so kam es, dass ich ihn mir heute im Kino angesehen habe. Was ich nun im nachhinein darüber denke und ob meine Filmwahl gut war, erfahrt ihr im Folgenden.

Ab hier Spoiler!!


Der Beginn des Films ist etwas direkt und nicht so gut gelungen, wir steigen in die Arbeiten einer Bildregisseurin von GNN ein, einem fiktiven Nachrichtensender. Es scheint ein bisschen wirr und ungeeignet um den Film zu eröffnen. Die Aufnahmen der Masse sind ein bisschen schwammig und haben eine eher mäßige Qualität. Schade.

Doch nach 5 Minuten (und dem ersten Blickwinkel) hat der Zuschauer verstanden was Sache ist und kommt ganz gut rein. Das System der verschiedenen Blickwinkel scheint stimmig und interessant.
So erleben wir ab jetzt eine gute erste Hälfte von 8 Blickwinkel, die spannend die Geschehnisse erzählt und jeweils Lust auf mehr Blickwinkel macht. Viele Dinge sind noch ein Rätsel und man hofft, dass sie in weiteren Blickwinkeln geschickt mit gewissen Storytwists aufgeklärt werden. Wie gesagt, bis etwas über die Hälfte des Films erleben wir als Zuschauer nun eine kontinuierliche Steigerung, doch dann fällt das Kartenhaus leider so langsam in sich zusammen. Ausgelöst hauptsächlich durch unlogische Schlüsselsequenzen. Wie kann es sein, dass der Secret Service Agent mit dem Auto alles mögliche umfährt, mehrere Unfälle hat und dann von einem Laster mehrere Meter geschleift und gegen eine Hauswand gedrückt wird und dann völlig unbeschwert durch die Frontscheibe aussteigt!? Außerdem ist auf der verrückten Verfolgungsjagd bei dem Neuwagen keinmal der Airbag ausgelöst worden.
Das der Hauptdarsteller bei riskanten Mannövern locker nebenbei mit einer Hand telefoniert, den Schaltwagen aber trotzdem bestens beherrscht ist eine weitere Sache. Und Drittens fahren natürlich wieder alle Autos brav auf Lücke, dass Schlängellinien durch den "ach so dichten" Verkehr perfekt möglich sind... Sowas kann ich langsam nicht mehr sehen.

Der "Böse" später fährt übrigens einmal leicht gegen die Hauswand und ist direkt schwer verletzt - das nur nebenbei.

Weitere Lächerlichkeiten der Story wie die einfache Ausschaltung der Secret Service Zentrale oder die Auferstehung und der Kampf des Präsidenten, trotz Betäubungsgas, könnte ich auch ausführlichst aufzählen, lasse ich aber hier an der Stelle.
Es scheinen soviele Variablen nicht mehr logisch und das zerstört das Gesamtbild. Da kommt es nur zu passend, dass der "Terrorist" am Ende für ein Mädchen, das sinnlos mitten auf der Straße steht, ausweicht, so selbst einen riesen Unfall verursacht und schwer verletzt wird, obwohl er vorher mit einer Bombe mehrere hundert Menschen umgebracht hat. Von dem Happy Happy End wollen wir gar nicht sprechen. Hätte nur noch gefehlt, dass die Reporterin plötzlich wieder heil durch die Gegend läuft und der Bruder des Terrorgehilfen doch lebt.


Spoiler Ende



Fazit: Fassen wir zusammen, 8 Blickwinkel beginnt interessant, schlüssig und macht Lust auf ein gutes Gesamtprodukt. Leider wird dies nicht erfüllt. Der hintere Teil des Films ist gespickt mit Lächerlichkeiten, stereotypischen Verhalten und zum Teil unnötigen Dummheiten der Beteiligten.
Denkt man nicht zuviel nach, dann könnte ich von einem akzeptablen Popcornstreifen sprechen - für mich aber nicht ausreichend und somit 4/10.

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