Review

Die Secret Service Agenten Thomas Barnes (Dennis Quaid) und Kent Taylor
(Matthew Fox) haben den Auftrag bekommen den Präsidenten der
Vereinigten Staaten (William Hurt) zu beschützen, während dieser auf
dem Gipfel im spanischen Salamanca, eine Rede über den Krieg gegen den
Terror hält. Doch als der Präsident das Podium betritt, wird er kurz
darauf niedergeschossen und durch eine Bombenexplosion kommen
zahlreiche Menschen ums Leben. In der dadurch ausgelösten Panik,
kreuzen sich die Schicksale einiger Augenzeugen. Das eines
amerikanischen Touristen (Forest Whitaker), der alles auf Video
mitgefilmt hat, sowie die TV-Producerin Rex (Sigourney Weaver), die in
ihrem Ü-Wagen alles live auf den Monitoren gesehen hat. Die 8
Blickwinkel beschreiben die dramatischen Ereignisse aus den
unterschiedlichen Perspektiven einiger Augenzeugen. Man erahnt erst,
welch fürchterliche Wahrheit hinter dem Attentat steckt, wenn man die
selbe Viertelstunde vor und nach dem Anschlag aus der Sicht der
einzelnen Personen gesehen hat...

Das Konzept, dass hinter "8 Blickwinkel" steckt ist ziemlich simpel und
doch genial: Man zeigt dem Zuschauer gut 60 Minuten immer wieder das
gleiche Ereignis, jedes Mal aus der Sicht einer anderen Person. Bei
jedem Mal werden neue Aspekte hinzugefügt oder vorher raetselhaft
Erscheinendes aufgeklärt, sodass der Zuschauer nach und nach das Puzzle
zusammenfügen kann. Dadurch bleibt der Film die ganze Zeit über
hochspannend auch wenn einige recht unlogische Szenen manchmal schon
etwas irritieren (Stichwort: Unkaputtbarer Ami). Der Film gönnt sich
kein Intro, sondern schmeißt den Zuschauer gleich ins kalte Wasser. In
den ersten paar "Blickwinkeln" ist man noch ziemlich am Rätseln, wer
den Präsidenten denn jetzt wie und warum umgelegt hat. Letzteres wird
übrigens nur sehr unzureichend erklärt. Später kristallisiert sich dann
recht deutlich heraus, dass eine Gruppe böser suedlandischer
Terroristen ein großes Chaos verursacht hat, um den Präsidenten
unbemerkt zu entführen. Gegen Ende treffen dann alle Personen nach und
nach aufeinander, sodass sich auch die Blickwinkel verschmelzen und ein
Bild ergeben.

Leider ist der Film mit nur 90 min zu kurz geraten, um alle 8 recht
kompliziert verflechteten Handlungsstränge genauer auszuführen und
genau da liegt auch der einzige Schwachpunkt des Films. Die Charaktere
sind allesamt ziemlich oberflächlich und klischeehaft. Auch die
Schauspieler bleiben in ihren Rollen recht blass. Allerdings finde ich
das Konzept und die Inszenierung sowas von fesselnd und faszinierend,
dass ich diese Schwaechen dem Film gerne verzeihe. Auch die Optik ist
gut gelungen. Obwohl recht viel Handkamera eingesetzt wurde, hat sie
mich nur selten gestört und viel zur unruhigen Atmosphäre des Films
beigetragen. Lediglich das Ende ist ziemlich schwach geraten. Aber ich
habe mich für 90 min nahezu perfekt unterhalten gefühlt.

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