Review

Achtung, SPOILER!

Nicht „8 Blickwinkel“ - eher 8 Puzzlesteine - und von mir 8 Schwachsinnspunkte:

1.) Die TV-Journalisten zeigen ein Gewissen! Ein Gemetzel fand statt und sie schalten ab!

2.) Der Film geht zwar vom 11. September aus (spielt einige Jahre danach), aber der US-Präsident nimmt gern mal ein Bad in der Menge. Während seines Kampfes gegen den Terrorismus. Und er badet in einer EUROPÄISCHEN Menschenmenge!

3.) Achja, und die Beschaffenheit der Menge: sie besteht zu großen Teilen aus AmerikaHASSERN! Da ist der Film wohl im falschen Film. Die Sicherheitsmaßnahmen sind so altmodisch = schwachsinnig wie

4.) Die nervtötende Autojagd, die kein Ende nehmen will. Sie ist vielleicht recht flott, aber zu lang, denn jede Autojagd hat einen Bart bis zu den Keystone-Cops.

5.) Die teure Kamera von „8 Blickwinkel“ wackelte weit mehr als die des unbedarften Touristen.

6.) Alter Mann mutiert zum unbesiegbaren Supermann:
Dennis Quaid setzte seiner unüberwindlichen Vaterfiguar aus THE DAY AFTER TOMORROW noch einen drauf. D.Q. sieht zwar aus wie ca. 60 Jahre alt (D.Q. wurde gestern im Jahre 1954 geboren), sein Charakter war in „8 BLICKWINKEL“ zwar auch gerade erst von einer Schußverletzung genesen, wirkte von Anfang an völlig verspannt und konfus (etwa so wie Clint Eastwood in der gleichen Rolle in IN THE LINE OF FIRE), überstand aber, alles innerhalb einer halben Stunde:
- einen Zusammenprall mit einem spanischen Polizistenterroristen im vollen Lauf, der beide zu Boden krachen läßt
- eine Bombenexplosion vor seiner Nase, die ihn wegfegt, nebst Dutzenden anderer Menschen
- einen Sprint durch Salamanca
- die nervtötende Autofahrt, während der er ständig telefoniert
(und das NICHT über die Freisprechanlage!)
- zwei normale Autounfälle
- eine Reihe Kugeltreffer in den Kleinwagen, abgefeuert von dem unfehlbaren Eliteterroristen, der zuvor im Alleingang alle Sicherheitsleute der ganzen Präsidentenunterkunft (alle jünger als 60) und alle Präsidentenleibwächter abgeschossen und den US-Präsidenten gefangen hatte. Aber den Helden trifft er natürlich nicht. (Hat ebenfalls den totalen Bart! Der Film lohnt definitiv eine YouTube/Mad-Persiflage!)
- einen schweren Autounfall, bei dem des Helden Kleinwagen (hat noch nicht mal Airbag) von einem LKW an der Wand zermalmt wird
- daraufhin einen weiteren Sprint
- ich war bis dahin so weggedöst, daß ich nicht mehr sicher bin, aber: wird ihm unter der „Überführung“ nicht auch noch in die Schulter geschossen ?
Na, jedenfalls rettete er danach, unangefochten trotz all dieser Katastrophen (es sind wieder 8 - oder 9), den Präsidenten.

7.) Der Präsident, welcher, von den unfehlbaren Eliteterroristen zwar unter enormem Aufwand gefangen wurde, dann aber weder effektiv betäubt, noch irgendwie gefesselt, beobachtet oder bewacht wurde. (Trotz eines Personalüberhanges auf Terroristenseite.)

8.) Die grundlegende Idee. Sie könnte von einem deutschen Innenminister, nennen wir ihn Schäubel, stammen. Er dachte sich: „Ich will Menschenrechte außer Kraft setzen! Den Leuten meine Sicherheitsgesetze unterjubeln! Hahaa! Dazu drehe ich jetzt mal einen reißerischen amerikanischen Actionfilm! So Bockheimer-mäßig, oder wie der heißt --- haha! Der Film soll folgende Botschaft verbreiten: Terroristen sind überall! Sie sind bei der europäischen Polizei, im US-Geheimdienst, im Nobelhotel als Page, am Straßenrand als Liebespaar. Sie sind schlauer als der Geheimdienst und die Polizei, ihre Handys funktionieren immer, ihre ferngesteuerten Schußanlagen werden bei der Räumung eines Hauses nicht entdeckt, sie deponieren Bomben, wo sie wollen, nicht nur unter dem US-Präsidenten, sondern auch unter seinem Doppelgänger (von dessen Existenz zwar seine Leibwächter nichts wissen, wohl aber meine allwissenden Terroristen). Jaaaa, alle sollen Angst vor meinen Terroristen kriegen!“

ENDE des Schwachsinns:

Andererseits beweist „8 BLICKWINKEL“, daß die Terrorabwehrmaßnahmen repressiver Innenminister nicht gelingen können, egal wir sehr sie auch die Bürgerrechte und das Grundgesetz verletzen. Hört, hört! Das kann man dem Film zu Gute halten; ebenso wie den Befehl des Präsidenten, Gewalt NICHT mit Gewalt zu vergelten. Da schwingt sich der Film zu überraschender Größe auf!

Das einzige Mittel gegen Terroristen, so sagt der Film, und entfernt sich damit weit von Schäubels Überwachungsstaat, sind amerikanische Einzelkämpfer/Superhelden/Touristen. Die retten am Schluß auch noch das kleine Kind. Das plötzlich (Achtung, Die Rückkehr des Schwachsinns!) ins Bild stolpert, mitten auf die Straße, vor den Terroristenfluchtwagen, der daraufhin ausweicht: Zum ersten Mal auf seinem von Leichen, nicht aber von Rücksicht, gepflasterten Weg. Da menschelt es sogar bei denen!

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