Review

Vantage Point – 8 Blickwinkel


Eine Situation – Anschlag auf den US-Präsidenten - aus 8 Blickwinkeln, wobei jede neue Ansicht um Puzzleteile erweitert wurde um am Ende die Intriganten zu präsentieren.

„8 Blickwinkel“ bietet vor allem eines und das ist durchgestylte Action in zeitgemäßer Optik. Die Choreografie hat ihren Reiz und erinnert in ihren besten Momenten an die Trilogie um „Bourne“. Eigentlich ein Armutszeugnis, denn die Idee für Konstruktion und Auflösung des Plots ist echt mal innovativ. Leider verstrickten sich die Macher in immer mehr Ungereimtheiten, welche auch dem Zuschauer nicht verborgen bleiben werden. Und das nur um das Ende zutiefst amerikanisch zu kreieren, und somit auch nach dem Ende der Kalten Kriegs-Ära, noch als die Großmacht dazustehen, schließlich gibt es immer einen Feind. Tja der AMI weiß, kann und „ist“ eben alles. Selbst die Marionette, welche sich US-Präsident nennt, ist da einfach nur cool.

Allerdings sollte dieses Wissen nicht Hintergrund für einen Verriss sein. Der Film funktioniert hervorragend und bleibt lange Zeit spannend, doch aufgrund der vielen Personen die durch die „Blickwinkel“ involviert wurden z.B. Sigourney Weaver, verloren die Macher ein weinig die Übersicht. Charaktere verschwinden irgendwann einfach von der Bildfläche. Plotstränge werden eingeleitet und deren Ausgang der Fantasie des Zuschauers überlassen.

Die Darsteller sind prinzipiell gut gewählt und überzeugen auch in für sie unüblichen Rollen. Sigourney Weaver als Quotengeile Fernsehregisseurin, Dennis Quaid als gebrochener „In the Line of Fire“ und Matthew Fox (Lost) als Kollege sind Teil einer Verschwörung, doch nur Forest Withaker blieb mir in Erinnerung. Sein Spiel wirkt am glaubwürdigsten, doch seine Figur ist Streckenweise überzeichnet worden und dies findet in einer finalen Verfolgungsjagd lächerliche Bestätigung. Nämlich dann wenn der beleibte Withaker, zu Fuß, einen Verdächtigen durch die halbe Stadt verfolgt und das ganze Szenario mit dem Camcorder dokumentiert. Naja, sind halt auch Ecken und Kanten, welche dem Film die Qualität zu einem echten Geheimtip verwehren.

Und trotzdem hat die Produktion etwas. Ein wenig Drama hier, private Probleme dort und lauter zwielichtige Gestalten die alle etwas zu verbergen haben, sind dann eher auch der Boden bzw. die Decke, welche von den Pfeilern namens ACTION getragen werden. Die Bilder sind sehr oft aus ungewöhnlichen Perspektiven eingefangen und mittels Bewegung dynamisch gestaltet worden. Als Actionfan haben mir diese dann auch am besten gefallen, zumal das Timing mehr als einmal perfekt reinknallt und im Finale seinen Höhepunkt erreicht. Die Verfolgungsjagd durch das Zentrum von Salamanca ist echt der Hit und kann sich locker auf dem Niveau von „Bourne Identität“ oder auch „Ronin“ einpendeln.

Fazit: Wer die inhaltlichen Schwächen verkraftet und einen nicht minder spannenden Actionthriller goutieren will, dem sei dieses kurzweilige, aber auch fesselnde, Polit-Verschwörungs-Vehikel wärmsten empfohlen.

6/10

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