Review

Vantage Point

Richtig gute Actionthriller sind heutzutage die Ausnahme. Zu viele Filme mit guter Story und guter Action finden den Weg auf die Kinoleinwände. Zu konventionell die Story, zu hausbacken die Action. Peter Berg's „The Kingdom" war da die Ausnahme und auch das Kinodebut von Regisseur Pete Travis verspricht einiges.

Während einer Rede im spanischen Salamanca wird der amerikanische Präsident vor den Augen des Secret Services erschossen. Kurz darauf explodiert eine Bombe und es gibt jede Menge Tote und Verletzte. In der Panik versucht der Secret Service Agent Barnes den Attentäter zu identifizieren und festzunehmen.

Zugegeben, die Story klingt nicht wirklich interessant, sondern eher nach Actionstandardkost. Doch die Story rückt hier in den Hintergrund, den es ist die Art und Weise, wie das Ganze präsentiert wird. Der Zuschauer bekommt den Film durch die Sichtweise verschiedener Protagonisten präsentiert und sieht mit jedem der 8 Blickwinkel einen anderen Teil der Geschichte, erfährt immer neue Details über die Handlung. Da wären die Pressefrau, der Secret Service Agent, der Präsident oder der Tourist, der den Anschlag filmt. Jeder zeigt dem Zuschauer seine Sichtweise des Erlebten. Dadurch wird die Spannung vom Anfang bis zum Ende hoch gehalten.

Ebenso positiv hervorzuheben ist das Tempo, das der Film von Anfang an vorgibt. Es gibt keine große Einführung, man wird sofort in die Handlung geworfen. Der Anschlag erreicht zwar nicht die Intensität wie in „The Kingdom", kann sich jedoch sehen lassen. Leerlauf gibt es eigentlich gar keinen, ständig passiert irgendetwas, man sieht etwas Neues. Daher wohl die doch recht kurze Laufzeit von nur ca. 90 Minuten. Gut choreographierte Action gibt es genug, Highlight hierbei natürlich die Verfolgungsjagd durch die spanische Stadt. Leider verfällt der Film die letzten 15-20 Minuten vielleicht etwas zu viel der Action, kommt dabei von seiner interessanten, eher untypischen Erzählweise ab. Ebenso negativ fällt auf, dass man eigentlich nie die Beweggründer der Terroristen erfährt. Da hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, um das Ganze nachvollziehen zu können.

Die Darstellerriege liest sich gut: Dennis Quaid, Sigourney Weaver, Forest Whitaker, William Hurt und „Lost"-Darsteller Matthew Fox, der hier aber eine etwas undankbare Rolle spielt. Alle spielen ansonsten ihre Rolle solide.

Fazit:

Aufgrund der interessanten und eher unkonventionellen Erzählstruktur und der schick eingefangenen Action sticht „Vantage Point" aus der Masse der derzeitigen Actionfilme heraus. Trotz der kurzen Laufzeit und kleinen Storymängeln sehr unterhaltsam.

7,5/10

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