Nach einem Gipfeltreffen in Spanien wird der US-Präsident, gespielt von William Hurt, erschossen und schnell deutet sich an, dass noch viel mehr hinter dem Attentat steckt. Für den Leibwächter des Präsidenten, gespielt von Dennis Quaid, dessen Kollegen, gespielt von Matthew Fox, eine Fernsehproduzentin, die den Moment des Schusses auf Band hat, gespielt von Sigourney Weaver und einen Touristen, der den Schützen aufnehmen konnte, gespielt von Forest Whitaker, beginnt ein Kampf gegen die Zeit.
Es gibt viele hervorragende und innovative Thriller, die gerade wegen ihres Erzählstils zum Kult avancierten konnten, so erzählte Christopher Nolan die Ereignisse in "Memento" einfach rückwärts und auch das Konzept von "11:14", bei dem ebenfalls ein und dasselbe Ereignis mehrfach aus verschiedenen Perspektiven gezeigt wurde, ging voll und ganz auf. Und auch bei "8 Blickwinkel" funktioniert diese Idee anfangs bestens, bis man schließlich in der zweiten Filmhälfte aus völlig unverständlicher Ursache wieder auf gängige und altbekannte erzählerische Mittel und eine klischeehafte Story zurückgreift, womit man den Film, dessen Potential man leider nur kurz ausschöpfen kann wieder zu einem typischen Mainstream-Thriller verkommen lässt, der an seiner starken Vorhersehbarkeit und seiner Klischeehaftigkeit krankt.
Die Grundidee ist dabei eigentlich ziemlich gut und anfangs geht das Konzept, dasselbe Ereignis aus verschiedenen Blickwinkeln zu zeigen auch voll auf und Pete Travis, der zuvor mit keinem bekannteren Film in Erscheinung treten konnte, behält den Überblick in seinem, anfangs dann doch recht komplexen Konstrukt. Der Zuschauer wird zum mitdenken angeregt, wie man es sich von solchen innovativen Thrillern erhofft, die Erwartungshaltung auf die Auflösung des Films wird immer größer und auch die kleineren Action-Szenen können überzeugen.
Dann kommt er, der Moment in dem der Film komplett abkippt. Travis gibt sein altes Konzept auf und serviert ein Genre-Klischee nach dem anderen, die Terroristen sind wieder die Bösewichte, der Präsident ist ein heroischer Idealist und Dennis Quaid darf wieder den Helden spielen, Charakterkonstruktion, Innovation und Handlung sinken auf null und der Film geht auf dem Niveau einer durchschnittlichen CSI-Folge so allmählich zur neige. Zudem häufen sich Zufälle und die Wendungen werden so unglaubwürdig, dass jedes Interesse am Film endgültig verloren geht. Jeglicher Interpretationsspielraum für den Zuschauer sinkt auf null und auch die schnelle Spannungsmusik und die, sich häufenden Action-Szenen, die meiner Meinung nach zu hektisch geschnitten sind, auch wenn's mittlerweile Mode geworden ist, können die zunehmende Enttäuschung über den anfangs sehr ambitionierten Film, der keine weiter Spannung aufbauen kann und allerhöchstens solide Unterhaltung bietet, nicht unterbinden. Zum Glück hält Travis das Erzähltempo hoch genug, damit der Film nicht vollends abkippt und langweilt, aber hier wäre mehr drin gewesen, zumal uns schon in den Trailern wesentlich mehr versprochen wurde. Was bleibt ist eine ganz nette Optik und ein guter Cast.
In diesem kann sich vor allem Dennis Quaid einmal mehr weiterempfehlen. Als unsicherer Leibwächter, der sich immer mehr zum Helden mausert, besticht Quaid einmal mehr mit seinem grundsoliden Spiel und seiner sympathischen Art, mit der er schon in "Der Flug des Phoenix" und "The Day After Tomorrow" überzeugte. Die beiden Oscar-Preisträger Forest Whitaker und William Hurt bestechen ebenfalls mit starken Leistungen, auch wenn bei diesem temporeichen Action-Thriller kaum Möglichkeiten bleiben, sich weiterzuempfehlen. Matthew Fox spielt solide und Sigourney Weaver ist leider in einer potentiallosen Rolle aufgehoben, in der sie hoffnungslos untergeht.
Fazit:
Nach einem innovativen Anfang, der spannende 90 Minuten verspricht, rutscht "8 Blickwinkel" immer weiter in altbekannte Handlungsbahnen ab und unterhält mit durchschnittlicher Action, einer klischeehaften und vorhersehbaren Handlung, sowie mit der einfallslosen Inszenierung zunehmend schlechter. Schade um den namenhaften Cast und die gute Grundidee, deren Potential man anfangs durchaus erkennen kann.
47%