Review

Filme mit etwas unkonventioneller Erzählstruktur interessieren mich generell, sei es nun in Echtzeit (Gegen die Zeit), rückwärts (Memento), wild durcheinander (Die Vorahnung) oder aus verschiedenen Perspektiven - wie bei 8 Blickwinkel. Die Idee ist nicht neu (Rashomon), aber die Vorschau versprach Spannung und Action, geht es doch um nichts weniger als ein Attentat auf den US-Präsidenten. Zudem wartet der Thriller mit Dennis Quaid einen meiner Lieblingsschauspieler auf, und auch die Nebenrollen können sich sehen lassen - Forest Whitaker, Sigourney Weaver, William Hurt und Lost-Held Matthew Fox.


Das ganze spielt in Salamanca wo der Präsident (Hurt) auf einem recht kleinen Plaza eine Rede halten soll, als plötzlich Schüsse fallen. Quaid als altgedienter Bodyguard muss dabei nicht nur den Täter finden, sondern auch gegen eigene Dämonen und jüngere Kollegen kämpfen, die dem Haudegen nichts mehr zutrauen. Und mit den Augen eines stoffeligen Touristen hält Whitaker auch noch im richtigen Moment seine Kamera dahin, wo alles passiert. Aber als er dann nachschaut, was er denn nun aufgenommen hat, bekommt nicht nur er große Augen. Ich sag nur Lauf, Forest, lauf!

Wie der Filmtitel nun verspricht, wird das Geschehen aus mehreren Blickwinkeln (wohl 8, ich hab nicht mitgezählt) erzählt, sprich gerade, wenn es am spannendsten wird, drückt Regisseur Pete Travis erst mal rewind und man kann mit dem gewonnen Wissen das ganze nochmal sehen, nun jedoch aus der Sicht eines anderen. So schaut man mal den Bodyguards über die Schulter, dann sieht man den Anschlag aus Sicht der TV-Kamera, mal ist man Mäuschen in der Präsidentenlimousine oder man verfolgt einen der Täter bei seinem tödlichen Werk. Das hätte leicht langweilig werden können, aber Travis versteht es hervorragend, durch die neuen Perspektiven auch neue Aspekte und Wendungen einzubauen, die das vorher Gesehene teilweise gehörig durcheinanderwirbeln. Ohne zuviel zu verraten, vieles ist nicht immer so, wie es zunächst erscheint, das Geschehen beschränkt sich nicht nur auf den kleinen Plaza und zum Ende hin entwickelt der Plot einen handfesten Action-Charakter mit obligatorischer Verfolgungsjagd und Rumgeballer vom feinsten.

Zugegeben, der Showdown wirkt letztendlich etwas erzwungen, da sich sämtliche Pro- und Antagonisten tatsächlich am gleichen Ort einfinden zum nervenzerfetzenden Showdown - aber, hey, alles andere wäre langweilig gewesen. Und so lässt 8 Blickwinkel den Zuschauer mit dem guten Gefühl zurück, einen interessanten, spannenden und intelligent erzählten Action-Thriller abseits der Massenproduktion gesehen zu haben, der mal kein Sequel oder eine Comicverfilmung ist.

Das allein ist ja heutzutage schon innovativ...


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