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"8 Blickwinkel" von Regisseur Pete Travis ist ein raffiniert erzählter Actionthriller, der seine Handlung, das Attentat auf den US-Präsidenten während eines Anti-Terror-Gipfels im spanischen Salamanca, aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt. Dabei spielt Travis gekonnt mit der Wahrnehmung der Zuschauer, denn nichts ist so wie es beim ersten Mal den Anschein erweckt.

Im Grunde handelt es sich bei "8 Blickwinkel" um einen Episodenfilm,  der mehrmals die Geschehnisse um das Attentat aus der Sichtweise eines anderen Protagonisten zeigt. Somit wird  im Verlauf der Handlung wie bei einem Mosaik ein Stein an den anderen gefügt, wobei zuvor dargestellte Situationen jeweils aus einem anderen Blickwinkel auch eine andere Bedeutung erhalten und des Rätsels Lösung in einer unglaublichen Verschwörung gipfelt, bei der erst am Ende genau feststeht, wer auf welcher Seite steht.

Diese Erzählweise verleiht dem Film nicht nur ungeheures Tempo und für ein hohes Maß an Action, sondern baut ungeheuer viel Spannung auf, da jede einzelne Betrachtungsweise des Attentats mit einem Cliffhanger endet, bis alle Fäden in der 60. Minute zusammen laufen.
Von da an wird in bester "24"-Tradition die Jagd nach den Attentätern in Echtzeit dargestellt, wobei Regisseur Travis noch einmal Tempo und Spannung anzieht.

Die Actionszenen sind atemberaubend inszeniert, digitale Effekte kamen hier nicht zum Einsatz. Während der zehnminütigen finalen Autoverfolgungsjagd quer durch die Innenstadt wurden die Autos noch von Stuntfahrern eindrucksvoll zerschrottet, was dem Film eine realistische Note verleiht.

Die Handlung ist von Anfang bis Ende gut durchdacht und weder die Zuschauer noch die Protagonisten kommen im Verlauf der rund 80 Minuten reinen Spielzeit zur Ruhe. Das Handlungsgerüst ist so stabil wie der dargestellte Anschlag minutiös geplant ist. Die darstellerischen Leistungen sind beeindruckend, vor allem Forest Whitaker spielt den Augenzeugen des Geschehens mit angeschlagenem familiären Hintergrund sehr natürlich und glaubhaft. Auch die Massenszenen der in Panik durch die Gegend flüchtenden Passanten sind glaubwürdig und dramatisch inszeniert.

Dass sich trotz der kurzen Laufzeit einige Längen einschleichen ist nicht zu vermeiden, denn immerhin wird das Attentat in fünf verschiedenen Episoden dargestellt. Unterm Strich bleibt trotzdem ein innovativer, action- und temporeicher Thriller, der das Echtzeit-Prinzip gekonnt variiert.

7 von 10 Punkte!

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