Die ansprechende und vor Spielfreude strotzende Shakespeare-Verfilmung von Kenneth Brannagh lief nicht umsonst mehrere Jahre tagtäglich in einem Nürnberger Kino und löste auf magische Weise damit den anderen Dauerbrenner Blues Brothers ab. Was sich in Henry V. bereits andeutet, treibt Branagh gekonnt und souverän auf die Spitze: Ein leicht, locker und beschwingt agierendes Ensemble, das mit dem Text so natürlich umgeht, als handele es sich um eine Woody Allen-Komödie. Die Kabbeleien und genialischen Wortgefechte zwischen Emma Thompson und Kenneth Branagh sind zauberhaft und absolut witzig und stehen damit im Kontrast zu den zarten und aufwühlenden Momenten, die sich zwischen Claudio und der von der blutjungen und herzerweichend hübschen Kate Beckinsale gespielten Hero anbahnen. Eine ganze Menge ungewöhnlich besetzter Hollywood Stars ließ es sich nicht nehmen, Branaghs Lustspiel zu veredeln: Z.B. Denzel Washington als Don Pedro und Keanu Reeves als bösartiger Don Juan wirken wie guter Cop – böser Cop , Michael Keaton darf als abgedrehter Wachsoldat nochmal mit viel Beetlejuice-Gehabe sein ganzes komödiantisches Talent ausspielen. Perfekt und farbenfroh in der traumhaften toscanischen Landschaft gedreht, besticht dieser Film nicht zuletzt auch durch die hervorragende und perfekt unterlegte Musik von Patrick Doyle, die ein Flair von Leichtigkeit und Fröhlichkeit erzeugt und selbst in traurigen Momenten noch für Wohlsein sorgt. 10/10