Review

In jüngerer Zeit wird der menschliche Rinderwahn auffallend häufig als Ursprung einer Zombieseuche verwendet, - entweder das Thema brennt vielen Filmemachern im Magen oder ihnen fällt schlicht nichts Gescheiteres ein.
Anzunehmen ist das auch bei dieser Komödie, in der Billy Zane ein paar gelungene Einlagen bringt, während es der Story an pfiffigen Einfällen mangelt.

Diese beschränkt sich darauf, wie Zane in der Rolle als Arzt Jason mit Tochter Amy vor einigen Infizierten wegrennt, weil ein Farmer seinen Kühen chemische Substanzen verabreichte, welche die Einheimischen in Form von Burgern zu sich nahmen.
Beim verantwortlichen Farmer will man schließlich nach Antworten suchen…

Positiv ist zumindest das komplette Ausklammern von Fäkal – und Sex-Witzchen, was für eine misslungene Komödie ja fast schon obligat scheint.
Zwar wirken hier einige Momente eher forciert komisch, doch die Dichte kleinerer Gags ist durchaus beachtlich, spätestens, als im Burger-Laden mit einem Schlag die Infizierten aufspringen und Jason, ursprünglich mit drei Begleitpersonen unterwegs, zur Gegenwehr ausholt.
Oft herrscht das Prinzip zwischenzeitlicher Verharmlosung innerhalb einer Katastrophe, man findet immer genügend Zeit, um über korrekte Termini zu diskutieren, zu flirten und pädagogisch zu mahnen, sowie sich zum Abschied innig zu umarmen, während ein anderer in Todesgefahr ein Auto zu starten versucht.

Am besten bringt das Billy Zane in seiner coolen Verkörperung rüber, da er in keiner Situation aus der Ruhe zu bringen ist. Dabei bekommt er gar nicht mit, wie seine Tochter im Hintergrund mit zwei Zombies kämpft, während er über die alten New Wave Zeiten mit „Culture Club“ philosophiert.
Allerdings bleiben wirklich große Lacher komplett aus, teilweise bestimmt viel Klamauk das Geschehen, etwa als sich ungebratenes Fleisch im Gesicht eines Verbarrikadierten ans Gesicht heftet oder einer auf einer Mistforke aufgespießt durch eine Tür gehoben wird.
Andere Gags, wie einer, der sich vor Anwendung eines Folterinstrumentes immer wieder für ein anderes entscheidet, wirken zu verbraucht, um mehr als passabel gute Laune zu verbreiten.

Das allerdings kann man „The Mad“ (der Titel basiert zum Teil auf der Band, in der Jason in den 80ern spielte) kaum absprechen. Nach einem leicht dialoglastigen Einstieg ist viel Bewegung im Spiel, es wird zwar nie wirklich spannend, doch trotz eindimensionaler Handlung herrscht überwiegend Kurzweil.
Insgesamt hätte es ruhig ein wenig derber zur Sache gehen dürfen, explizite Fressszenen sind nicht vorhanden, einige Gewaltdarstellungen werden nur angedeutet oder finden im Off statt, wie das wütende Herumgetrampel auf Infizierten.

Ansonsten bietet diese Zombie-Komödie einen passablen Beitrag, der mit ordentlichen Darstellern, gut funktionierender Synchro und ein paar netten, wenn auch etwas schrägen Songs punktet. Der Plot krankt zwar an Überraschungsarmut und unlogischen Aspekten, doch die lockere Stimmung vermag derartige Mängel zumindest teilweise recht gut zu kaschieren.
Den Rest erledigen die kurze Laufzeit von rund 79 Minuten und die Tatsache, ohne jegliche Liebesszenen auszukommen.
Insgesamt zwar reichlich niveaulos, aber nicht doof genug, um zu langweilen.
Knapp
6 von 10

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