Man soll ja nicht abfällig über Tote herziehen, aber: Lieber Bruno Mattei, Du hast während Deiner langen Karriere als Autor und Regisseur von rund 55 Machwerken nicht einen überdurchschnittlichen hinbekommen, auch wenn ich noch längst nicht alles sichten konnte/wollte.
Seine beiden letzten, „Zombies: The Beginning“ und dieser hier bilden leider keine Ausnahme, auch wenn ein vages Augenzwinkern mit leichter Hommage an die Zombie-Welle der späten 80er auszumachen ist.
Eine Gruppe Abenteurer strandet nach Nebelbank und Auflaufen auf ein Riff auf einer scheinbar unbewohnten Insel und macht unerfreuliche Bekanntschaft mit Untoten, die hier seit 1688 hausen und entsprechend aussehen.
Die Trash-Darsteller, die offenbar für n Appel und n Ei eingesprungen sind, machen von vornherein klar, wie der Hase läuft. Überbetonte Emotionsausbrüche und hölzerne Natürlichkeit durchzieht das laienhafte Getue, dass einem fast die Tränen kommen, während auf inhaltlicher Ebene alles recht schnarchig und vorhersehbar abläuft.
Man erkundet die Insel, findet das Necronomicon, entdeckt Leichen, Gänge und eine alte Festung, die Gruppe teilt sich auf, unterdes explodiert das Boot (eine deutlich erkennbare Miniatur) und zwischenzeitlich muss man sich mit den grünlich schimmernden Zombies auseinandersetzen, wozu sich noch Leichen-Mönche, ein, zwei Vampire und eine alte Flamenco-Tänzerin gesellen, die einen Notgeilen in eigentlich tödlicher Exposition natürlich sofort um den Finger wickelt.
Anlass zum Schmunzeln gibt es für geneigte Trash-Freunde jedoch reichlich. Da wächst einem Untoten die gerade abgeschlagene Hand nach, ein anderer zitiert fleißig „Night of the Living Dead“ und manche Kreaturen bläken erst einmal mitten in die Kamera, um ihre Grauen erregende Ausstrahlung zu präsentieren, - als wollten sie ausdrücken: „Seht her und fürchtet Euch, aber nehmt den Streifen bloß nicht so ernst!“
Ach, den Zombie-Pirat in der Schatzkiste und Gitarre spielende Totenhände sollte man an dieser Stelle noch ehrlicherweise erwähnen.
Billig in Szene gesetzte Effekte kommen letztlich auch zum Einsatz, was besonders doof aussieht, wenn Zombieschädel zerschossen werden und die Latex-Fluddeln am Schädel baumeln und Arme abgerissen werden, die von vornherein als glänzendes Plastikimitat hervorstechen.
Zwar alles handgemacht, dafür aber nichts für eingefleischte Gorehunde.
So kann dem Geschehen noch nicht einmal ein Sympathieträger entnommen werden, obgleich Captain Kirk (!) wohl ursprünglich dazu auserkoren war, während sich niemand in der Gruppe rational denkend verhalten kann und nur dummen Stuss von sich gibt.
Man könnte ein Floß bauen, inspiziert aber lieber die Räume, die man schon viermal untersucht hat. Man könnte einfach vor herannahenden Zombies flüchten oder zumindest auf sie schießen, man versucht´s aber stattdessen mit Kung Fu und scheitert natürlich.
Man könnte einen Teil des gefundenen Goldschatzes mitnehmen, lässt sich aber lieber von einem weisen Untoten über dessen Herkunft berichten und süppelt Wein, der nach all den Jahren nicht mehr frisch sein kann.
Kein Wunder, dass es mit dem Überleben kritisch wird.
Immerhin verfliegt die Zeit trotz recht eindimensionalen Treibens ganz gut und man könnte sich allenfalls noch über fehlende Nacktszenen beschweren, die für eine Hommage dieser Art eigentlich bindend wären.
Am Ende wird ohnehin nur der Trash-Freund etwas von dieser Chose haben, denn wer auch nur einen „Gruppe-kämpft-auf-einsamer-Insel-gegen-Untote“- Filme gesehen hat, muss diesen nicht auch noch haben.
4 von 10