Erfolgreiche Filme ziehen fast konsequent zumeist schwächelnde Fortsetzungen nach sich. So auch mehr oder minder geschehen im Death Wish-Fall. Regisseur Michael Winner liefert jedoch auch bei Paul Kerseys zweitem Feldzug gegen die urbane Unterwelt zumindest grundsolide wenn auch wenig anspruchsvolle Action-Unterhaltung ab. Wie schon "Ein Mann sieht rot" kann auch der "Mann ohne Gnade" auf eine sehr nette Atmosphäre verweisen, zu welcher vor allem die stimmige und dreckige Großstadtoptik einen großen Teil beiträgt. Da man in Sachen Story (Will heissen: Die Todesliste wird fein säuberlich ermittelt und abgearbeitet) im wesentlichen Teil 1 aufbereitete, mussten die Macher sich natürlich etwas einfallen lassen um den Zuschauer bei der Stange zu halten.
Man entschied sich in dieser Hinsicht ganz offenbar für eine defitge Ladung Gewalt, die sich wahrlich gewaschen hat. Passt ja zumindest wunderbar zum Selbstjustizthema und so darf blutig geballert, ausgiebigst vergewaltigt und in den Tod gestürzt werden. Zwar hält sich der Bodycount durchaus in Grenzen, doch macht die Härte des Gezeigten dies allemal wet. Fast schon berüchtigt hierbei die bereits angesprochene, brutale Eröffnungs-Vergewaltigung und eine wirklich fiese Aufspiessungsszene. "Rächer" Paul Kersey bekommt hier jeden Grund der Welt geliefert, das Ungeziefer NewYorks nach allen Regeln der Kunst auszurotten...
Technisch überzeugt "Death Wish 2", bietet stimmunsgvolle 80er-Optik und schick inszenierte Actionszenen. Getragen wird der Film freilich einmal mehr von Raubein Charles Bronson, der für seine Rächerrolle geradezu prädestiniert ist. Da reichen dann auch Minimalmimik und dumpfe Klischees zur wortkargen Pflichterfüllung!
Zur filmischen Seite steht ihm dabei einmal mehr Ehefrau Jill Ireland - der Zuschauer bekommt also genau das, was er seit Jahr und Tag von diesem Klasse-Duo gewohnt ist. In einer frühen Rolle ist hier im übrigen "Matrix"-Star Laurence Fishburne zu sehen...
Zwar muss sich "Death Wish 2" zu Recht den Vorwurf der Gewaltverherrlichung und eine bedenkliche Selbstjustizbotschaft vorwerfen lassen, den Fan stört dies jedoch wie stets wenig. Mein Fazit: Ein immer wieder gern gesehenes, absolut humorloses wie trostlos-schroffes Relikt aus der Blütezeit des brachialen Actionfilms! Steht als einfältiger Nachfolger selbstverständlich ein wenig im Schatten des seiner Zeit skandalbehafteten Erstlings...