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Als Paul Kerseys (Charles Bronson) geistig behinderte Tochter (Robin Sherwood) von einer brutalen Bande vergewaltigt und in den Tod getrieben wird, greift der Architekt erneut zur Waffe, um die Täter zur Strecke zu bringen…

Auch wenn die Ausgangssituation des zweiten Teiles der Rächersaga nur eine fantasielose Wiederbelebung von Elementen aus dem Vorgänger ist, kann Michael Winner mit einer sehr viel ausgeprägteren Formsprache, die anstelle der analytischen Beweisführung des ersten Teiles tritt, Neues anbieten: So überschwemmt er einen Drogenumschlagsplatz mit Kaskaden von Ratten, bevölkert die nächtlichen Straßen mit einem Panoptikum weltfremder Existenzen – darunter ein abgehalfterter Großstadtcowboy, eine singende Diva und eine Horde hilfloser Esoteriker – und untermalt Kerseys Hauptquartier mit fernen Dauergebeten. Vor dem Hintergrund dieses klug ausgewählten Dekors entsteht das Bild einer Welt am Abgrund, die sich im Angesicht explodierender Gewalt geradezu freiwillig in das Delirium der Ahnungslosigkeit flüchtet. Trotz des manchmal etwas abgeschmackten Galgenhumors gelingt es Winner, den liebes- und beziehungsunfähigen Kersey keineswegs als ihr Heilmittel zu positionieren, sondern als gallig-tragisches Symptom ihres Scheiterns.

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