Ganze 8 Jahre ließ sich Michael Winner Zeit um den zweiten Teil der sehr umstrittenen Selbstjustzreihe zu drehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich ihn besser als den Erstling finde.
Inhalt:
Paul Kersey arbeitet als Bauingenieur in Los Angeles, hat eine neue Freundin und seine Tochter ist auf dem Weg der Besserung. Doch eine kriminelle Band überfällt ihn, vergewaltigt und ermordet die Haushälterin und kidnappt Pauls Tochter und verletzen ihn selber. Als man dann auch noch seine Tochter tot findet ist für Paul der Ofen aus. Er wird zum gnadenlosen Rächer, spürt die Bandenmitglieder auf und schickt einen nach dem anderen zur Hölle.
Ein knallhartes Loblied auf die Selbstjustiz, was in Teil 1 schon brutal war, wird hier noch brutaler dargestellt. Wenn in der heutigen Zeit so ein Film gedreht werden würde, der würde es bestimmt nicht ins Kino schaffen, wenn überhaupt auf DVD. Wer diesen Film in ungekürzter und brutaler Form in deutsch sehen will, muss wohl auf das Bootleg zurückgreifen, welches wirklich sehr gute Qualität hat.
Ein ganz dickes Minus gibt es von mir für die pervers und brutal dargestellten Vergewaltigungen. Ich finde da hätte sich Winner nicht so austoben dürfen, oder zumindest nicht so lang. Die Anfangsvergewaltigung geht ja gute 5 Minuten und das ist viel zu lang. Da hätte er ruhig abblenden können und das lieber den Gedanken der Zuschauer überlassen. Gott sei dank hat Winner das im dritten Teil eingestellt.
Aber sonst, alle Achtung, hat Michael Winner alles richtig gemacht. Hier bekommt man wirklich ultrabrutale Erschießungen, oder sollte ich besser Hinrichtungen sagen, geboten. Obwohl der Bodycount nicht so hoch ist, sind die blutigen Shootouts allerliebst. Vor allem der harte Fight mit Wilson am Ende ist eine prima Actionszene. Hier hat Winner sich nicht lumpen lassen und das muss man Winner auch lassen, die Action ist zwar kurz, aber hart und gut platziert.
Nicht nur die Action ist Winner gut gelungen, der ganze Film ist 1A inszeniert. Die Kulisse L. A. wird dargestellt als eine Hölle aus Drogen, Banden und einer hohen Anzahl von Verbrechen. Wirklich super gelungen. Auch gelungen ist die Musikuntermalung. Von lieblichen bis zu schräg, brutalen Tönen ist alles geboten, passt perfekt zum Geschehen.
Charles Bronson in seiner Paraderolle, niemand spielt den Rächer besser und überzeugender als er, vor allem keiner drufte ihn so oft spielen wie Bronson. Jill Ireland, seine damalige Frau, spielt hier seine Freundin. Laurence Fishburne hat hier auch seinen ersten Auftritt als Bandenmitglied. Er macht allein schon auf sich aufmerksam weil er am spektakulärsten ins Gras beisst. Er hält sich den Kassettenrekorder vor den Kopf und Bronson schiesst ihm durch den Rekorder in den Kopf, eine ultrabrutale Szene. Insgesamt sind alle Darsteller gut gewählt und spielen auch überzeugend.
Fazit:
Ultrabrutale Fortsetzung von " Ein Mann sieht rot ". Blutigste Shootouts, eine dunkle Kulisse, gute Darsteller, grandiose Sounds lassen den Film besser werden als den Erstling. Einen dicken Abzug von mir für die drastisch dargestellten Vergewaltigungen.