Ein Mann sieht nochmal rot!
Die Schicksalsschläge wollen für den New Yorker Architekt Paul Kersey (Charles Bronson) einfach nicht abreißen. Um dem Ärger zu entgehen extra aus Brooklyn in eine andere Stadt gezogen, wird dieses Mal Kerseys Haushälterin vergewaltigt und umgebracht. Kerseys traumatisierte Tochter wird entführt, ebenfalls vergewaltigt und wählt dann den Freitod. Sie springt aus dem Fenster und wird vom Gitter eines Schmiedeeisenzaun aufgespießt. Aus Rache für seine Tochter, für die Haushälterin eher weniger, greift Kersey erneut zum Revolver, um die Straßen vom Abschaum zu befreien...
"Es gibt nur eine Rechtfertigung für die Todesstrafe: Warum töten wir Menschen, die Menschen getötet haben? Um zu zeigen, dass es falsch ist zu töten!" (???)
Acht Jahre nach Teil 1 taten sich der damals 61-jährige Charles Bronson und Regisseur Michael Winner erneut zusammen, um dem Gesocks das Fürchten zu lehren. War es im ersten Teil Jeff Goldblum, ist es dieses Mal Laurence Fishburne (MATRIX, PREDATORS), der in einem seiner ersten Leinwandauftritte einen Vergewaltiger mit cooler 80's-Sonnenbrille mimt. Im Vergleich kommt Teil 2 etwas dreckiger und sleaziger daher. Bronson macht Jagd auf eine Gang übelst fieser Punker. Dieses Mal auch tatsächlich die Jungs, die seine Tochter auf dem Gewissen haben und nicht wahllos irgendwen wie in Teil 1. Kersey hat eine neue Frau. Diese versucht den Schnauzbartträger des Öfteren davon zu überzeugen, dass es für Verbrecher auch Therapien und Resozialisierungsprogramme gibt. Argumente, die von Bronson natürlich stets mit einem Schmunzeln abgeschmettert werden.
Im Grunde wiederholt die Fortsetzung nur noch einmal die Masche vom Original. Bronson ballert sich fröhlich durch die Unterwelt. Die Polizei wird auf ihn aufmerksam, lässt ihn jedoch gewähren. Wohin man schaut, überall lauern übertrieben fiese Bilderbuch-Kriminelle. So richtig degeneriertes Pack, das am helllichten Tag Nonnen vergewaltigt. Wirkte DEATH WISH in dieser Hinsicht schon übertrieben, setzt Teil 2 da noch einiges drauf. Bronson wirkt nicht mehr ganz so frisch. Ebenso seine antiquierte, engstirnige Einstellung bezüglich Verbrechensbekämpfung. Die Action beschränkt sich auf ein paar blutige Schießereien und eine Elektroschocktherapie im Showdown. Und super spannend ist auch was anderes. Bronson wie er einen Body Count von 16 fabriziert, ist aber dennoch schön anzuschauen.
Bronson: "Glaubst du an Jesus?"
Punk: "Ja, sicher."
Bronson: "Du wirst ihn gleich treffen."
Fazit:
Anti-liberaler, reaktionärer Selbstjustiz-Actioner mit zweifelhafter Moral.